NORDENHAM - Mehr Einnahmen, weniger Ausgaben: Die Stadt Nordenham hat beschlossen, die Grund- und Gewerbesteuern zu erhöhen und bei den freiwilligen Leistungen, zum Beispiel bei den Vereinszuschüssen, den Rotstift anzusetzen, damit der Haushalt nicht noch mehr in Schieflage gerät. Dass sie dafür in der Bevölkerung nicht enthusiastisch bejubelt wird, liegt auf der Hand. Aber bei einer NWZ -Umfrage auf dem Wochenmarkt zeigte sich, dass die Nordenhamer immerhin großes Verständnis für die unpopulären Maßnahmen haben.

„Die Stadt hat kein Geld mehr. Da muss man eben kürzer treten“, meint Heinz Uecke. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Stadt den Haushalt nicht genehmigt bekommt.“ Die Steuererhöhungen und die Kürzungen bei den Vereinszuschüssen seien nicht schön, aber angesichts der Haushaltslöcher könne man diese Maßnahmen verstehen, sagt der 79-Jährige.

In normalen Bahnen

„Als Hausbesitzerin finde ich die Erhöhung der Grundsteuer natürlich nicht so pralle“, macht Monika Wohlfeil kein Geheimnis daraus, dass die beschlossenen Maßnahmen auch ihren eigenen Geldbeutel belasten. „Aber die Stadt muss ja etwas tun. Und irgendwo muss sie auch anfangen. So lange sich das in normalen Bahnen abspielt, bin ich damit einverstanden.“ Auch die Kürzung der Vereinszuschüsse hält Monika Wohlfeil für angemessen. „Vereine sollten sich grundsätzlich selbst tragen“, sagt die 53-Jährige. Ihrer Ansicht nach dürfen die Kürzungen aber nicht dazu führen, dass die Vereine in ihrer Existenz gefährdet werden.

Auch Heiko Thaden zeigt Verständnis für die Sparmaßnahmen der Stadt und den Versuch, durch Steuererhöhungen die Einnahmen zu steigern. Der 63-Jährige ist der Meinung, dass die Stadt langfristig versuchen sollte, sich weniger abhängig von der Großindustrie zu machen. Aus seiner Sicht ist es wichtig, den Mittelstand und den Tourismus zu stärken. Außerdem müsse die Stadt aufpassen, dass sie es mit den Kürzungen bei den freiwilligen Leistungen nicht übertreibt.


„Die Stadt ist gezwungen, unpopuläre Maßnahmen zu treffen“, sagt Fritz Wieting. „Steuererhöhungen gefallen niemandem, zumal netto eh nicht mehr so viel im Portemonnaie ist wie früher.“ Im Großen und Ganzen verstehe er aber, dass die Stadt handeln muss, sagt der 63-Jährige. Für ihn ist es wichtig, dass die Steuererhöhungen wieder zurückgenommen werden, wenn es der Stadt besser geht. Außerdem warnt Fritz Wieting vor drastischen Kürzungen im Jugendbereich: „Das wäre eine Sünde.“

Guter Bürgermeister

Erwin Aschenbeck steht voll und ganz hinter dem Sparkurs. „Wir haben einen guten Bürgermeister. Ich bin sicher, dass er die richtigen Entscheidungen auf den Weg bringt.“ Der 71-Jährige hat Verständnis dafür, dass auch der Sport, der ihm sehr am Herzen liegt, von den Kürzungen betroffen ist. „Bestimmte Grenzen dürfen aber nicht überschritten werden.“

Gesine Lohse hält die Erhöhung der Grundsteuer für moderat und zumutbar. „Die Stadt steckt in der Klemme. Da muss eben jeder seinen Beitrag leisten.“ Die 65-Jährige hält es aber für wichtig, dass die Steuererhöhungen wieder zurückgenommen werden, sobald die Stadt ihren Haushalt wieder saniert hat. Die Kürzung der Vereinszuschüsse ist aus ihrer Sicht zu verkraften: „Für eine Weile können das die Vereine gut wegstecken“, glaubt sie.