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Umweltschutz In Nordenham Was hilft gegen Müllsünder in der Stadt?

Horst Lohe

Nordenham - Das Thema illegaler Müll in Nordenham hat jetzt die SPD-Stadtratsfraktion aufgegriffen. Sie beklagt: Im gesamten Stadtgebiet komme es immer wieder im Bereich von Glas- und Altkleider-Containern zu unzulässigen Entsorgungen durch unbekannte Personen. Fraktionsvorsitzender Uwe Thöle: „Sie entsorgen dort – vermutlich im Schutz der Dunkelheit – ihren Müll jeglicher Art: Hausrat, Möbel und auch Kühlschränke. Die Kosten der Entsorgung muss dann die Allgemeinheit tragen.“

Keine soziale Kontrolle

Standorte der Müllcontainer seien häufig so gewählt, dass sie „abgelegen sind und sich jeglicher sozialen Kon­trolle entziehen.“

Die SPD-Fraktion fordert daher die Stadtverwaltung wörtlich dazu auf, „besser geeignete Standorte sowie damit einhergehende Maßnahmen zu ermitteln“. Dies müsse mit dem für den Landkreis Wesermarsch zuständigen Entsorgungsunternehmen GIB abgesprochen werden.

Besonders ärgerlich sei das Problem, so Uwe Thöle, an den Container-Standorten beim Sportzentrum Mitte (Plaatweg), beim Parkplatz an der Deichgräfenstraße und an der Ecke Midgardstraße/Viktoriastraße.

Im Umweltausschuss des Stadtrates bestätigte Hergen Kalitzki (FDP), dass es sich um ein wachsendes Problem handelt: „Das ist ein Graus und vermehrt sich.“ Er fügte hinzu: Die Entsorgung bei Containern sei aber immer noch besser, als wenn der Müll in Gräben geworfen wird. Zu befürchten sei, dass bei Verlegungen von Container-Standorten ein gleich hohes Aufkommen illegalen Mülls zu finden sein wird – nur eben andernorts.


Ähnlich wandte Annegret Conrady (CDU) ein: Sehr viel Müll werden illegal auch an Wegen entsorgt – so zum Beispiel am Neudeichsweg im Stadtnorden. Als bei Galing noch eine Mülldeponie betrieben worden war, habe man dort kostenlos Müll entsorgen können. Deshalb schlage sie zur Problemlösung vor, an drei Standorten – im Stadtnorden, in der Stadtmitte und im Süden – jeweils einen Container aufzustellen mit dem Angebot einer kostenlosen Müllentsorgung.

Annegret Conrady wies zudem darauf hin, dass auch auf Friedhöfen Hausmüll zu einem Problem geworden sei.

Mario Kauschmann (Grüne) erinnerte daran, dass Kühlschränke kostenlos auf Recyclinghöfen abgegeben werden können.

Dr. Ulrich Kerney (WIN) regte an, die Zahl der Container-Leerungen zu erhöhen und zusätzliche Container-Standorte einzurichten.

Hergen Kalitzki griff den Wortbeitrag von Mario Kauschmann auf und schlug vor, Aufklärungsarbeit darüber zu betreiben, wo was wann kostenlos entsorgt werden kann.

Die Diskussion im Umweltausschuss schien zu keinen konkreten Ergebnis zu kommen, weil klar wurde, dass die Problemlage sehr differenziert ist und einfache Lösungen offenbar nicht zu finden sind. Daraufhin ergriff Baudezernentin Ellen Köncke das Wort. Ihren Angaben zufolge gibt es zurzeit im gesamten Stadtgebiet 23 Stellplätze für Altglascontainer. Das Entsorgungsunternehmen GIB habe diese Standorte nach Absprache mit der Stadt und mit Anliegern ausgewählt.

Darüber hinaus gibt es im gesamten Stadtgebiet 22 Standorte von Altkleider-Containern. Diese Container gehören entweder dem Deutschen Roten Kreuz oder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Zuspitzungen

Nicht nur nach Einschätzung der SPD, sondern auch nach Erkenntnissen des Ordnungsamtes der Stadt gibt es die größten Probleme mit illegalem Müll an diesen drei Container-Standorten (obwohl sie gut einsehbar sind): Sportzentrum Mitte (Plaatweg), Parkplatz an der Deichgräfenstraße und Ecke Midgardstraße/Viktoriastraße.

Ellen Köncke schlug daher im Umweltausschuss vor, künftig auf diese drei Standorte zu verzichten. Zudem regte sie besondere Aktionstage zur Müllentsorgung an.

Der Umweltausschuss folgte diesem Vorschlag einmütig. Wann er wie genau umgesetzt wird, ist aber noch offen.

Zur Erinnerung: Im März dieses Jahres hatte das Bündnis „Nordenham bleibt bunt“ eine Müllsammelaktion veranstaltet – mit Unterstützung des Bauhofes und des Entsorgungsunternehmens GIB. Mehr als 120 Freiwillige folgten am 23. März dem Aufruf. Etwa sechs Kubikmeter Müll wurden in knapp zwei Stunden gesammelt.

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