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Umweltstation Erst nach Iffens, dann ins Werk

Jochen Eilers

NORDENHAM - Wie viel Chemie ist heutzutage in Baumärkten zu finden? Und was passiert eigentlich, wenn ein Autofahrer Diesel in seinen Benziner tankt? Diese und andere Fragen aus der praktischen Chemie im Alltag standen in den vergangenen fünf Wochen im Mittelpunkt der Ausbildung von sechs künftigen Chemikanten.

Antworten fanden sie in der Umweltstation Iffens des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die auch in diesem Jahr den jeweils drei Auszubildenden der Industriebetriebe Xstrata Zink und Kronos Titan 200 Lehrstunden bot. Die Stunden in Iffens schlossen sich an einen ersten Blockunterricht in der Berufsschule Wilhelmshaven an.

Für die Ausbildung in Iffens waren der Leiter der Umweltstation und Chemiker, Dr. Wolfgang Meiners, sein Kollege Dr. Georg Schepers und Anne Lange zuständig, die gerade ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Station ableistet.

„Chemie ist mühsam“

Die Chemie hat ihren festen Platz im Alltag, aber sie birgt auch Gefahren, sagte Wolfgang Meiners. Wer mit Natronlauge arbeite, sollte schon wissen, was mit seiner Haut passiert, wenn sie mit der Lauge in Berührung kommt. Und wer sich in einem Chemiebetrieb bewege, sollte wissen, was ätzende Stoffe sind.

Nicht nur Stoffkunde mussten die sechs Teilnehmer pauken. „Chemie ist mühsam“, redete Wolfgang Meiners nicht lange um den heißen Brei herum. „Da geht es um viel Stoff, um Gefahrstoffe und um aufwendige Techniken.“


So erfuhren die Auszubilden viel über Heizen, Wiegen und Filtrieren, Probenahme, chemisches Rechnen, Maßanalyse und Verfahrenstechnik. Auch Brandschutz- und Sicherheitsanweisungen gehörten zum Unterrichtsstoff in Iffens.

Chemikanten dürfen nicht mit Chemielaboranten verwechselt werden. Sie stehen nicht im Labor, sondern bedienen Produktionsmaschinen. Chemikant sei ein Beruf mit sicherer Perspektive, gutem Verdienst und ausgezeichneten Aufstiegsmöglichkeiten, betonten die beiden Ausbildungsleiter Hergen Thien (Kronos Titan) und Uwe Pargmann (Xstrata).

Keine Laboranten

Die beiden Unternehmen schicken ihre Auszubildenden gemeinsam nach Iffens, weil es zu wenig Chemielehrer gibt und die Schulabgänger viel zu wenig über dieses Fach wissen. An einigen Schulen werde Chemie nur in halbjährlichem Wechsel mit Physik unterrichtet, an anderen falle es jahrelang völlig aus, sagt Hergen Thien. Uwe Pargmann ergänzt: „Viele Bewerber um eine Ausbildung zum Chemikanten wissen nicht einmal, was Schwefelsäure ist.“

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