NORDENHAM - NORDENHAM/BI - Einstimmig hat gestern Nachmittag der Kreistag in Brake den Aufsichtsrat der Verkehrsbetriebe Wesermarsch (VBW) abgeschafft. Die Veränderung tritt zum 30. Juni in Kraft, wenn das kreiseigene Verkehrsunternehmen seine letzte Fährverbindung – Golzwarden/Sandstedt – aufgibt.

Den Antrag hatte die FDP-Fraktion eingebracht, die zusammen mit der SPD die Mehrheit im Kreistag stellt. In einer kurzen Begründung sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Harald Schöne, Lemwerder, ein Aufsichtsrat sei für eine GmbH gesetzlich nicht zwingend vorgeschrieben. „Wenn die VBW zum 30. Juni die Fähren aufgeben, halten wir es für angebracht, auf den Aufsichtsrat als zweite Kontrollinstanz zu verzichten.“

Die Entwicklung ist nicht neu: Bereits im vergangenen Jahr war über den Verzicht auf den Aufsichtsrat nach dem Auslaufen der Fähren diskutiert worden. Vor Inbetriebnahme des Wesertunnels arbeiteten zwei Drittel der damals mehr als 100 VBW-Beschäftigten auf den Fähren. Jetzt beschäftigt das Unternehmen – außer den letzten Fährleuten – 17 Busfahrer und sechs Verwaltungskräfte.

Vorsitzender des zehnköpfigen Gremiums ist der ehemalige Nordenhamer Bürgermeister Ulrich Münzberg (SPD), sein Stellvertreter der Verdi-Gewerkschaftssekretär Ingo Logemann. Das Gremium ist paritätisch besetzt aus fünf Kreistagsabgeordneten und fünf Arbeitnehmervertretern.

Erhalten bleibt die Gesellschafterversammlung mit Oberkreisdirektor Jürgen Mumdey an der Spitze. Seine Stellvertreterin ist die Braker SPD-Kreistagsabgeordnete Traute Hoops. Außerdem gehören dem siebenköpfigen Gremium an: die Kreistagsabgeordneten Peter Beyer (SPD, Butjadingen), Dieter Liedtke (SPD, Berne), Jürgen Christoph Gericke (FDP, Nordenham), Mathilde Ehlers (CDU, Stadland) und Jürgen Janssen (Grüne, Stadland).