NORDENHAM - Der Vertrag ist zwar noch nicht unterschrieben, aber mit dem Makler hat sich die Kreisvolkshochschule bereits geeinigt: Die KVHS zieht zum 1. Juli in neue Räume um, die sich am Marktplatz über der Bäckerei Harries befinden. Damit ist die seit Monaten diskutierte Aufgabe des Volkshochschulstandortes in der Alten Post beschlossene Sache.
Die Gesellschafterversammlung der KVHS hat entschieden, dass die Bildungseinrichtung die Alte Post verlässt und den Mietvertrag zur Jahresmitte kündigt. Als Grund führt die KVHS-Geschäftsführerin Ulrike Michalzik räumliche Probleme an. Weil einige Bereiche des Gebäudes wegen Brandschutzauflagen nicht mehr genutzt werden können, hätten Umbau- und Renovierungsarbeiten vorgenommen werden müssen. Über die damit verbundene Kostenfrage konnte die KVHS mit den Eigentümern Dr. Claudia Nolte-Schwarting und Harald Peplau keine Einigung erzielen.
Der Wechsel in das Marktplatz-Gebäude ist Bestandteil einer auf drei Jahre ausgelegten Übergangslösung. Ulrike Michalzik geht davon aus, dass ab 2012 ein Schulgebäude in Innenstadtnähe frei wird, in das KHVS dann mit der Verwaltung und den Kursusangeboten umziehen kann. Bis dahin bleibt die Einrichtung auf zwei Standorte verteilt: Marktplatz und Schule Friedrich-August-Hütte.
500 m² stehen bereit
In den künftigen KHVS-Räumen am Marktplatz war früher das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft untergebracht. Die dort zur Verfügung stehenden 500 m² will die KVHS vor allem mit dem Verwaltungsbereich belegen. Zudem können noch zwei Unterrichtsräume eingerichtet werden. Als besondere Vorteile des neuen Domizils führt Ulrike Michalzik an, dass es mit einem Aufzug ausgestattet ist und sich die Räume auf einer Ebene befinden. Mit Beginn des Herbstsemesters im September 2009 soll dort die Arbeit aufgenommen werden.
Claudia Nolte-Schwarting, die 2005 gemeinsam mit Harald Peplau die Alte Post ersteigert hatte, bedauert den Auszug der KVHS. Sie bestätigt, dass es bei den Kosten für die Renovierungsarbeiten zu keiner Einigung gekommen sei. „Der Landkreis hatte enorme Vorstellungen“, sagt Claudia Nolte-Schwarting, „die mit der vorhandenen Miete nicht zu finanzieren gewesen wären.“ Zudem habe es unterschiedliche Auffassungen über die Zuständigkeiten für die Baumaßnahmen gegeben.
Die sechs Monate bis zum Auszug der KVHS wollen die Eigentümer nutzen, um für das denkmalgeschützte Gebäude neue Pläne zu schmieden. „Wir lieben dieses Haus“, sagt Claudia Nolte-Schwarting, „es wird in dieser zentralen Lage mit Sicherheit einen schönen und vernünftigen Verwendungszweck finden.“
Wohnungen oder Klinik
Auf der Ideenliste steht unter anderem der Umbau der Räume zu seniorengerechten Eigentumswohnungen. Zudem haben die Eigentümer der Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen angeboten, in der Alten Post die geplante Tagesklinik-Außenstelle einzurichten. Bei der Suche nach Mietinteressenten haben Claudia Nolte-Schwarting und Harald Peplau auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wesermarsch um Unterstützung gebeten. Die beiden Eigentümer können sich aber auch vorstellen, in der Alten Post „eine schöne Stadtvilla für uns“ einzurichten oder sie zu verkaufen. „Wir sind im Moment für jeden Vorschlag offen“, sagt Claudia Nolte-Schwarting.
