NORDENHAM - Ventilstände sind ein Schwerpunkt. Sie werden weltweit verkauft.

von henning bielefeld

NORDENHAM - Der Schweißer Michael Jung klappt den Sichtschutz herunter und wendet sich dem schweren Edelstahlkasten zu. An den Seiten hat das vieleckige Gehäuse Öffnungen für unterschiedlich breite Fenster. Ein Aquarium? Nicht ganz, erklärt Jungs Chef Rolf Heine. Hier entsteht ein Prüfbecken für Autogetriebe. Kunde ist ein Bremer Zulieferer für die Autoindustrie.

Rolf Heine ist geschäftsführender Gesellschafter der Nordenhamer Maschinenfabrik Seggermann & Heine. Seit 85 Jahren arbeitet das an der Deichgräfenstraße ansässige Unternehmen der Industrie zu. Der 51-Jährige repräsentiert zusammen mit Martina Seggermann die dritte Generation des Zwei-Familien-Unternehmens. Frau Seggermann ist die Witwe des 1993 verstorbenen Günter Seggermann; sie arbeitet im Büro.

Schon die Gründerväter Karl Seggermann und Hermann Heine waren gebürtige Nordenhamer. „Mein Großvater kam von der Seefahrt“, erzählt der Maschinenbau-Ingenieur. 1909 musterte er bei der Visurgis-Reederei in Nordenham an, 1920 machte er sich mit seinem Kollegen Karl Seggermann an der Deichgräfenstraße selbstständig. Mit sechs Mitarbeitern erledigten sie Reparaturarbeiten für die heimische Industrie. Ein Schwerpunkt war die Wartung von Maschinen der Seeschiffe, die nach Nordenham zur Reparatur kamen.

Der Wiederaufbau in den Fünfzigerjahren ließ die Zahl der Mitarbeiter auf 60 ansteigen. Heute beschäftigt das Unternehmen 42 feste Kräfte und – je nach Bedarf – zwei bis sechs Zeitarbeiter. Die Nordenhamer Industrie, vor allem Airbus, Xstrata und Kronos Titan, trägt in hohem Maße zum Umsatz bei. 30 Prozent kommen aus dem übrigen Weser-Ems-Gebiet.


Dass das Nordenhamer Unternehmen inzwischen 20 Prozent seines Umsatzes im übrigen Deutschland und weltweit erwirtschaftet, liegt an HaCoTec. Die 1991 von sieben Nordenhamer Mittelständlern gegründete Handwerks-Cooperation Technik akquiriert Aufträge von großen deutschen Anlagenbauern. Speziell bei SMS-Demag in Düsseldorf ist die HaCoTec und damit auch Seggermann & Heine gut im Geschäft. Die Nordenhamer planen und bauen Ventilstände, mit denen in Stahlwerken Volumina und Drücke reguliert werden. Sie haben schon für China und Korea gefertigt und planen gerade für die Türkei und Brasilien.

„Der Markt wird immer schwieriger“, resümiert Rolf Heine. „Aber wenn wir unser Know-How weiter pflegen und erweitern, können wir am Markt gut bestehen.“