NORDENHAM - Rolf Heine arbeitet daran, das Unternehmen weiterführen zu können. Nächste Woche spricht er mit den Kunden.

von henning bielefeld

NORDENHAM - Die traditionsreiche Nordenhamer Maschinenfabrik Seggermann & Heine hat Insolvenz angemeldet. Das hat gestern der geschäftsführende Gesellschafter Rolf Heine bestätigt. „Die Bank hat uns die Kreditlinien gekündigt“, erläuterte Heine. Deshalb könne das Unternehmen seine Lieferanten nicht mehr bezahlen.

„Die Arbeit läuft weiter – so normal, wie es in dieser Lage eben möglich ist“, teilte Heine mit. „Wir haben noch für zwei bis drei Monate Aufträge.“ Nach dem Insolvenzantrag – gestellt am Mittwoch beim Amtsgericht Nordenham – habe er sofort die wichtigsten Kunden informiert. In der nächsten Woche werde er intensive Gespräche mit ihnen führen, denn „wir brauchen Planungssicherheit“, wie Heine erläuterte.

Die wichtigsten Kunden sind die Nordenhamer Industriebetriebe Kronos Titan, Airbus und Xstrata. Etwa 20 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen über die 1991 gegründete Handwerks-Cooperation Technik (HaCoTec), der es selbst angehört.

„Wir wollen versuchen, das Unternehmen aus der Insolvenz herauszukaufen und dann weiterzuführen“, sagt Heine. Dabei werde angestrebt, möglichst viele Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Das Insolvenzverfahren wird am 31. August am Amtsgericht Nordenham eröffnet.


Wie Heine mitteilt, beschäftigt das Unternehmen 31 feste Mitarbeiter, dazu kommen – je nach Bedarf – Leiharbeiter, die die Zahl der Beschäftigten auf bis zu 42 erhöhen. Eine jüngst in Anspruch genommene Beratung habe ergeben, dass das Unternehmen gute Entwicklungsmöglichkeiten habe. Doch der neue Vorstand der Bank sei offensichtlich zu einem anderem Ergebnis gekommen.

Zum Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Nordenham den Bremer Rechtsanwalt Klaus Jonek bestellt. Er informiert sich jetzt über die Zahlen des Unternehmens.

Die Maschinenfabrik wurde 1920 von Karl Seggermann und Hermann Heine gegründet. Büros und Werkstatt liegen seitdem an der Deichgräfenstraße. Ein Fertigungsschwerpunkt des Unternehmens sind Ventilstände, die in Stahlwerken Volumina und Drücke regulieren. Sie werden über die Schiene HaCoTec und SMS-Demag in Düsseldorf weltweit vertrieben – bis nach China und Korea. Ein weiterer Schwerpunkt sind Stahl- und Rohrleitungsbau sowie Behälter- und Anlagenbau. Der Fertigungsschwerpunkt mit Aluminiumprofilen ist 1999 in das Gewerbegebiet an der Nordseestraße in Großensiel ausgelagert worden.

Zusammen mit Martina Seggermann – sie ist die Witwe des 1993 verstorbenen Günter Seggermann – repräsentiert Rolf Heine die dritte Generation des Zwei-Familien-Unternehmens.