NORDENHAM - Das Warten auf neues Bauland in Nordenham hat ein Ende: In Nachbarschaft der Wesermarsch-Klinik ist die Erschließung des Wohnparks Tongern jetzt soweit vorangekommen, dass zu Beginn der nächsten Woche die Arbeiten auf den Grundstücken starten können. Das Siedlungsgebiet besteht aus 50 Parzellen, die über mehrere Jahre die Nachfrage nach Bauland in Innenstadtnähe abdecken sollen.
Jahresziel erreicht
Für die Projektentwicklung und Vermarktung des Wohnparks Tongern, der nach dem gleichnamigen Gut am Mittelweg benannt ist, zeichnet die Gemeinnützige Nordenhamer Siedlungsgesellschaft (GNSG) verantwortlich. Deren Geschäftsführer Peter Cordes vermeldet eine gute Nachfrage. „Wir haben mit den 14 abgeschlossenen Grundstücksverkäufen unser Jahresziel schon jetzt erreicht“, sagt er.
Die GNSG peilt an, im Jahr mindestens 13 Parzellen in der Tongern-Siedlung zu veräußern. 2014 wäre das Areal nach dieser Planung also komplett belegt. Nur die Wesermarsch-Klinik wird dann wohl nicht mehr dort zu finden sein, weil die Krankenhausbetreiber einen Neubau in Esenshamm errichten wollen (dieNWZ
berichtete). Was mit dem jetzigen Klinik-Gebäude passiert, steht noch in den Sternen.Im Wohnpark Tongern sind die Erschließungsarbeiten allerdings etwas in Verzug geraten. Der zunächst angestrebte Erschließungsbeginn im Dezember 2010 ließ sich laut Peter Cordes aufgrund des Frostwetters nicht einhalten. Erst Mitte Februar konnten die beauftragten Firmen anrücken, um die Ver- und Entsorgungsleitungen zu verlegen und die Baustraßen herzurichten.
Zu einer weiteren Verzögerung kam es, als ausgerechnet an dem Tag, an dem die Trafostation installiert werden sollte, ein starker Regen die Baugrube unter Wasser setzte.
Inzwischen sind die Asphaltbahnen, die von der Albert-Schweitzer-Straße in das Neubaugebiet führen, bis auf Restarbeiten an den Abläufen fertig. „In der nächsten Woche können wir die Straßen freigeben“, sagt Peter Cordes. Damit fällt für die künftigen Eigenheimbesitzer der Startschuss für den Hausbau.
Wie berichtet, handelt es sich bei dem Wohnpark Tongern um das erste Baugebiet in Nordenham, in dem die Straßen die Namen von berühmten Frauen tragen. Die Hauptzufahrt heißt Sophie-Scholl-Straße. Davon gehen vier weitere Straßen ab, die nach Käthe Kollwitz, Lise Meitner, Dorothea Erxleben und Bertha von Suttner benannt sind.
Vita-Forum entsteht
Das Baugebiet erstreckt sich über 5,8 Hektar und befindet sich auf einer Grünfläche, die zuletzt als Weideland genutzt wurde. Die Parzellen für die Eigenheime sind zwischen 600 und 950 Quadratmeter groß. Auf dem Gelände entsteht auch ein Gerontopsychiatrisches Zentrum, für das die Bauarbeiten im März begonnen haben. In dem Vita-Forum Nordenham finden Menschen mit Altersdepression, Demenz und anderen Gedächtnisstörungen ein neues Zuhause. Es werden ein stationärer Bereich mit 72 Betten, eine Tagespflege, acht Appartements für betreutes Wohnen und eine Beratungsstelle geschaffen. Zudem ist ein Aus- und Weiterbildungszentrum für medizinische und pflegerische Berufe geplant. Die Investitionen belaufen sich auf rund 7 Millionen Euro.
Die Unternehmensgruppe Tecklenburg aus Rastede und die Senioren-Immobiliengesellschaft Hesse & Partner aus Bremen haben das Projekt angeschoben.
