NORDENHAM - Das Amtsgericht Nordenham hat am Dienstagvormittag den Zuschlag für die Villa Eilers erteilt. Jetzt kann sich der Kaufmann Hans-Joachim Gewald die Schlüssel für das einst herrschaftliche Haus abholen.
Der 64-Jährige hatte, wie berichtet, beim Zwangsversteigerungstermin am 29. September das Höchstgebot von 114 000 Euro abgegeben. Der Anwalt der Hauptgläubigerin Registra Securita Trust in Frankfurt am Main hatte daraufhin die Aussetzung des Zuschlags beantragt, weil das Gebot noch unter dem Verkehrswert des Hauses von 119 000 Euro liege.
Grünes Licht per Fax
Er sprach die Angelegenheit mit den zuständigen Mitarbeitern des Trusts ab, die schließlich grünes Licht gaben. Am Montagnachmittag ging ein entsprechendes Fax im Amtsgericht ein, teilte die zuständige Rechtspflegerin mit.
Damit findet eine schier unendliche Geschichte nun doch noch ihr – zumindest vorläufiges – Ende. Das 1903 von dem Bremer Reeder und Midgard-Gründer Adolf Vinnen (1868 bis 1916) errichtete Haus stand seit Jahren leer. Eigentümer war bis jetzt das Ehepaar Brigitta und Kurt Winter aus Hamburg, die es 1990 gekauft hatten. Als 2004 der Supermarkt auszog, musste das Ehepaar Insolvenz anmelden. Bald war auch der letzte Mieter ausgezogen.
Die Registra Securita Trust kaufte die größte Bankforderung auf und betrieb die Zwangsversteigerung. Beim ersten Termin am 5. Dezember 2006 gab es ein Höchstgebot von 135 000 Euro, doch angesichts des damals auf 215 000 Euro festgesetzten Verkehrswerts sagte der Trust nein. Am 31. Oktober 2007 wurde das Verfahren ohne einen zweiten Termin eingestellt.
Im November 2009 wurde auf Betreiben des Trusts ein weiteres Verfahren eingeleitet. Beim ersten Zwangsversteigerungstermin am 7. Juli gab es es Höchstgebot von 60 000 Euro, beim zweiten Termin am 29. September wurden 114 000 Euro geboten.
Erneute Einstellung drohte
Hätte der Trust abgelehnt, wäre das Verfahren erneut eingestellt worden, erläutert die Rechtspflegerin. Es hätte dann nach sechs Monaten ein drittes Mal wiederaufgenommen werden können.
