NORDENHOLZ - Aus alt mach neu – so könnte das Motto von Heiko Aschenbeck lauten. Vor rund 15 Jahren hat der Nordenholzer in Kirchkimmen eine Scheune entdeckt, die zu einem nicht mehr bewirtschafteten Hof gehörte und allmählich dem Verfall preisgegeben war. Aschenbeck erwarb die Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Scheune, ließ sie abbauen und lagerte Ziegelsteine, Holzbalken, Dachpfannen und Findlinge ein. „Ich habe auf die richtige Gelegenheit zum Wiederaufbau gewartet“, sagt der 60-Jährige, der in der Öffentlichkeit als Chef der SPD-Ratsfraktion und stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins Nordenholz bekannt ist.
40 000 Euro Kosten
Die 2009 genehmigte Verbunddorferneuerung Hasbruch bot diese Gelegenheit. Durch die 30-prozentige Förderung privater Maßnahmen sah sich Aschenbeck in der Lage, den mit 40 000 Euro kalkulierten Aufbau der Scheune in die Tat umsetzen. Er versicherte sich dabei der Unterstützung versierter örtlicher Handwerker, die zum einen alte Techniken beherrschen und zum anderen sich mit Denkmalspflege auskennen. Planerin Ulrike Janz-Janzen sorgte für eine authentische Architektur, ihr Mann Gerd übernahm das Mauern der alten Handformsteine, beteiligt waren auch Tischler Guido Einemann sowie die Zimmerer und Dachdecker Uwe Precht und Thomas Renken.
Wiederaufgebaut wurde die Scheune in Nordenholz an der Straße „Auf dem Berg“. Aschenbeck hat dort Anfang der 90er Jahre eine am Rande des Urwalds Hasbruch sehr idyllisch gelegene Hofstelle gekauft, das 1910 erbaute Heuerhaus restauriert sowie den früheren Schweine- und Hühnerstall zur Ferienwohnung umfunktioniert. Heuerhaus und Scheune stehen sich jetzt mit den Giebelseiten gegenüber. „Wir wollten eine arrondierte Hofsituation schaffen“, so Architektin Ulrike Janz-Janzen.
Neues Holz aus Hasbruch
Für die Handwerker war es eine spannende Aufgabe, „Altes und Neues zu verbinden. Das ist eine Herausforderung“, nickt Guido Einemann. So mussten einige „krumme Hölzer“ verarbeitet werden, zum Beispiel der Balken, der die komplette Frontseite durchzieht. Die Jahreszahl 1856 ist auf dem schwarzen Torbogen noch gut zu lesen. Wo neues Holz verwendet werden musste, so hat der Bauherr auf Material aus dem Hasbruch zurückgegriffen.
Beim Wiederaufbau haben sich die Handwerker genau ans Original gehalten: So ist wiederum eine so genannte Durchfahrtscheune entstanden, die an beiden Giebelseiten große Tore hat, die von einem Fuhrwerk in gerader Linie durchfahren werden könnte. Für Aschenbeck ist es reizvoll, „alte Gebäude nutzbar zu machen und mit Leben zu erfüllen“. Apropos Leben: Tierische Bewohner haben die Scheune bereits bezogen, wie zwei Amselnester beweisen.
Heiko Aschenbeck hat Glück gehabt: Er konnte sein Projekt noch abschließen, bevor die niedersächsische Landesregierung die Förderung für private Dorferneuerungsmaßnahmen unvermittelt eingestellt hat. Guido Einemann hingegen hat auf seinem Hof in Lintel ebenfalls eine Scheune aus alten Materialien neu aufgebaut. Obwohl das Amt für Landentwicklung ihm den „vorzeitigen Maßnahmebeginn“ genehmigt hat, bleibt er jetzt auf den Kosten alleine sitzen. Für den Tischlermeister ist das „einfach nur ärgerlich“. Sein Förderantrag ist beim Amt für Landentwicklung auf dem großen Haufen gelandet – erst würden die Dorferneuerungsverfahren bedient, die in Kürze auslaufen, hat er von der Behörde erfahren.
Heiko Aschenbeck hofft, dass das Land das Förderprogramm bald wieder aufleben lässt. Als Bewahrer alter Bausubstanz würde er gerne weitermachen. Aschenbeck zeigt auf einen Schuppen: „Ich hab da hinten noch einen Giebel liegen “
