Oldenburg - Die meisten mittelständischen Unternehmen im Weser-Ems-Gebiet sehen ihre Geschäftslage positiv. Das ergab eine Konjunkturumfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform unter 1292 Unternehmen für das Frühjahr 2014, die am Montag vorgestellt wurde.
Demnach bewertete jedes zweite befragte Unternehmen (57 Prozent) die Geschäftslage mit „sehr gut“ beziehungsweise „gut“. Der Wert ist deutlich höher als im Vorjahr (49,2 Prozent) und liegt im bundesdeutschen Durchschnitt. Für die Region Oldenburg (Landkreise Ammerland, Friesland, Oldenburg, Wesermarsch sowie die Städte Oldenburg und Wilhelmshaven) ist der Geschäftsklimaindex laut der Studie mit 58,6 Punkten sogar höher als deutschlandweit mit 56,3 Punkten. „Die Region Oldenburg steht sehr gut da“, fasste Pressesprecherin Christiane Schulz-Geffken zusammen. In der Region Leer (Landkreise Aurich, Emsland, Leer, Cloppenburg, Wittmund und Stadt Emden) befindet sich der Wert mit 55,6 Punkten nur knapp unter dem bundesdeutschen Wert.
Am besten beurteilte dabei das Baugewerbe im Bereich Weser-Ems die Geschäftslage. 61,3 Prozent der Befragten bewerteten ihre Geschäftslage positiv, im Vorjahr waren es noch 51,3 Prozent. Dahinter folgen das Verarbeitende Gewerbe, die Dienstleistungsbranche und der Handel.
Die Mehrheit der Unternehmen in der Region Oldenburg berichtete von steigenden Umsätzen (Saldo von plus 12,5 Punkten). „Das ist positiv, wenngleich auch keine große Steigerung“, sagte Schulz-Geffken. In der Region Leer blieb der Saldo mit plus 8,5 Punkten annähernd konstant.
Vier von zehn mittelständischen Unternehmen (39,6 Prozent) rechnen mit einer Umsatzsteigerung, im Vorjahr waren es noch 34,2 Prozent. Lediglich sieben Prozent der befragten Unternehmen befürchten Einbußen, 2013 waren es noch 10,4 Prozent. Besonders optimistisch sehen das Baugewerbe und der Handel ihre Umsatzprognosen.
Auch erfreulich: Der Personalbedarf der mittelständischen Wirtschaft steigt weiter. In 23,7 Prozent der befragten Unternehmen wurden Mitarbeiter eingestellt, dagegen hat nur jedes zehnte Unternehmen (10,4 Prozent) Personal abgebaut. Weitere Einstellungen plant jedes fünfte Unternehmen, die Zahlen sind weitestgehend konstant geblieben.
Entgegen dem bundesdeutschen Durchschnitt ist die Bereitschaft zu Investitionen im Weser-Ems-Gebiet rückläufig. 45,9 Prozent planen Investitionsvorhaben (deutschlandweit 52 Prozent) im vergangenen Jahr waren es noch 46,8 Prozent. Das liege vor allem an der Unsicherheit in der Windenergiebranche, erklärte Creditreform-Kundenberater Frank Firneisen. „Lange Zeit war nicht klar, wohin die Reise geht.“
Als entscheidende Wachstumshemmnisse gaben die Befragten den hohen Wettbewerbsdruck (52,8 Prozent) sowie Fachkräftemangel (41 Prozent)an. Unter letzterem leidet im Besonderen die Baubranche. Vor allem vor dem Hintergrund der rentenpolitischen Pläne der Bundesregierung erwarten 58,9 Prozent der Befragten Unternehmen eine weitere Verschärfung der Fachkräfteproblematik in der Zukunft.
