Nordwesten - Der Klimawandel könnte Teilen Niedersachsens nach Berechnungen des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie mehr Trockenheit bringen. Betroffen sei vor allem der Nordwesten des Landes, während es in vielen anderen Landesteilen – wie im östlichen Niedersachsen – feuchter werde, teilte die Behörde anlässlich des Tags des Wassers an diesem Freitag mit. Für die Berechnung der Grundwasserstände bis zum Jahr 2100 wurden mögliche Extremwetterereignisse, Veränderungen der Niederschlagsverteilung und steigende Sommertemperaturen berücksichtigt.
Durch trockene Sommer könnte sich zukünftig möglicherweise weniger Grundwasser ansammeln entlang der Ostfriesisch-Oldenburgischen Geest, Teilen der Ems-Hunte-Geest und der Dümmer-Region.
Diese Aussagen müsse man allerdings lokal differenziert betrachten, betont der Oldenburgisch Ostfriesische Wasserverband (OOWV) mit Sitz in Brake (Wesermarsch). Die Aussage, dass Niedersachsens Grundwasserneubildungsrate möglicherweise infolge des Klimawandels sinkt, sei nur für bestimmte Gebiete oder als Gesamtaussage für Niedersachsen zutreffend. Das LBEG werte für seine Prognosen komplexe Klimamodelle aus und simuliere die Entwicklung der Grundwasserneubildung bis zum Jahr 2100. Es handele sich also um einen langfristigen Planungshorizont, so der OOWV. Durch das bestehende Messnetz von Grundwassermessstellen könne der OOWV auch in Zukunft die tatsächlichen Entwicklungen in seinen Wassergewinnungsgebieten fortlaufend beobachten.
Wie viel Grundwasser im Einzelnen neu gebildet wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Das ist zum Beispiel die Niederschlagsmenge, der Bewuchs oder die Durchlässigkeit des Bodens.
Mit dem Lebensmittel Wasser sorgsam umzugehen, raten aber sowohl OOWV als auch das Landesamt.
