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Autoindustrie Jobmaschine gerät ins Stottern

Michael Donhauser

Nürnberg - Eine mobile Branche geht am Stock: Abbau von Arbeitszeitkonten, Personalreduzierung, Standortverlagerung – sogar Werksschließungen – die Autozulieferer in Deutschland diskutieren, wie sie sich am sinnvollsten gegen die Branchenflaute wappnen. Die Firmenchefs gehen längst nicht mehr von einer vorübergehenden Konjunkturdelle aus. Wenn sich die Branche vom 10. September an zur Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt trifft, dürften sich dort vor allem nachdenkliche Gesichter zeigen. Ein Überblick über einige deutsche Zulieferer:

Bosch

Der Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung, Volkmar Denner, hat es der „Süddeutschen Zeitung“ jüngst vorgerechnet: Der Zulieferer setzt für das Einspritzsystem eines Dieselmotors zehn Mitarbeiter ein. Bei einem Benziner sind drei Bosch-Beschäftigte beteiligt, bei einem Elektrofahrzeug einer. Stellenkürzungen seien praktisch unausweichlich. Die Stuttgarter beschäftigen weltweit 410 000 Menschen. 50 000 Arbeitsplätze, davon allein 15 000 in Deutschland, hängen vom Diesel ab. Allerdings ist der größte Autozulieferer der Welt auch noch in anderen Sparten aktiv, etwa im Maschinenbau.

Continental

Der Hannoveraner Traditionshersteller hat große Probleme, die Spur zu halten. „Derzeit ist das Marktumfeld sehr herausfordernd“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart zuletzt, er sprach von einem tiefgreifenden, sich dramatisch beschleunigenden und „teilweise disruptiven“ Wandel in der Branche. Es brauche nun „Kostendisziplin“ – was für Conti auch heißen dürfte: Stellen streichen. Wie viele der fast 245 000 Conti-Mitarbeiter es treffen werde, sei Gegenstand von Diskussionen mit der Gewerkschaft.

ZF

Der Hersteller unter anderem von Getrieben aus Friedrichshafen ist breit aufgestellt – spürt aber dennoch den Gegenwind der Branche. Der Gewinn brach im ersten Halbjahr 2019 drastisch auf die Hälfte des Vorjahreswertes ein. Chef Wolf-Henning Scheider musste einräumen, ZF liege deutlich hinter dem Plan zurück. In China reagierte ZF bereits mit Entlassungen. In Deutschland soll es dazu nicht kommen – es würden ausgleichende Maßnahmen wie etwa Gleitzeit reichen, heißt es von ZF.

Mahle

Auch bei den 79 000 Mitarbeitern von Mahle geht die Angst um. Der Betriebsrat des Stuttgarter Unternehmens hat ein Strategiepapier vorgelegt, das zu einem Entlassungsstopp bis 2025 führen soll. Die Geschäftsleitung hatte zuvor den Abbau von 380 der 4300 Stellen in Stuttgart und die Schließung eines Werks in Öhringen angekündigt. Mahle hat bisher vor allem mit Filtern und Kolben Geschäfte gemacht. Inzwischen versuchen die Stuttgarter, den Hebel herumzureißen und stärker auf Elek­tromobilität zu setzen.


Schaeffler

Der größte fränkische Auto-Zulieferer aus Herzogenaurach sieht bisher keine Notwendigkeit für drastische Maßnahmen, will aber dennoch kürzer treten. Im März hatte Schaeffler einen Abbau von 700 Stellen in Deutschland und 200 im europäischen Ausland bekanntgegeben sowie vier Standorte auf den Prüfstand gestellt.

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