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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Klatsche für IG-Metall-Chef

09.10.2019

Nürnberg Jörg Hofmann bleibt ungeachtet eines überraschend schwachen Wahlergebnisses weitere vier Jahre Vorsitzender der IG Metall. Die Delegierten der größten Einzelgewerkschaft der Welt bestätigten den 63 Jahre alten Württemberger beim 24. Ordentlichen Gewerkschaftstag am Dienstag in Nürnberg mit 71 Prozent der Stimmen im Amt.

131 der 478 abstimmenden Delegierten votierten gegen den 63 Jahre alten Hofmann. Es war das schlechteste Ergebnis für einen IG-Metall-Vorsitzenden seit 2003. Damals hatte sich Jürgen Peters im Machtkampf gegen Berthold Huber durchgesetzt und 66,1 Prozent der Delegiertenstimmen auf sich vereint.

„Es ist sicherlich eine Enttäuschung, das Ergebnis, andererseits ist es ein ehrliches Ergebnis“, sagte Hofmann am Dienstag nach seiner Wiederwahl. Es zeige, in welchem Spannungsfeld die IG Metall stehe.

Hofmann ist seit 2015 Gewerkschaftschef. Vor vier Jahren hatte er noch 91,3 Prozent der Stimmen erhalten. Hofmann gilt als ausgewiesener Tarifexperte. Er sitzt als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsräten von VW und Bosch. Bei der Wahl am Dienstag war er einziger Kandidat für den Vorsitz.

Das schwache Abschneiden war so nicht erwartet worden. Unter den Delegierten herrschte nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnis Rätselraten. Als möglicher Grund für Skeptiker gilt Hofmanns vergleichsweise hohes Alter. Er wird bei einer vollständigen Amtszeit bis zum Alter von fast 68 Jahren im Amt bleiben. In Ostdeutschland herrscht vereinzelt Unzufriedenheit, weil die IG Metall dort die 35-Stunden-Woche nicht durchsetzen konnte.

Insgesamt steht die Gewerkschaft vor gewichtigen Problemen. Die IG-Metall-Führung hatte sich klar zum Klimaschutz bekannt, was teilweise Unzufriedenheit bei den Arbeitern aus der Schwerindustrie auslöste. In der Autobranche muss der Transformationsprozess hin zu alternativen Antrieben begleitet werden – ebenfalls ein Thema mit großem Konfliktpotenzial.

Als Hofmanns Stellvertreterin wurde Christiane Benner von den Delegierten wiedergewählt. Sie erhielt mit 87 Prozent der Stimmen ein besseres Ergebnis als Hofmann.

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