Bookholzberg - Es sei wohl eine „verrückte Idee“ gewesen, meinte Bernd Gillerke rückblickend: „ein altes Gehöft kaufen, auf schwierigem Boden“ – und darauf eine Gärtnerei zu verwirklichen. Doch die „verrückte Idee“ von 1987 trug Früchte. Längst ist der Betrieb an der Kreyenhooper Straße 40 etabliert. Zurzeit wird er erweitert um einen 2000 Quadratmeter großen Schaugarten, ferner ist ein neues Gewächshaus („vielleicht auch für Vorträge“) angedacht. Am Mittwoch war die Ganderkeseer FDP zu Gast, um sich ein Bild zu machen.
Anlass, sich (zum 1. April 1990) selbstständig zu machen, sei für ihn eine Entwicklung in seiner Branche gewesen, erinnerte sich der Gärtnermeister. Immer mehr sei damals „in Richtung Masse“ produziert worden. „Man kauft zu, topft ein und versucht, schnell zu verkaufen. Das ist nicht so mein Ding.“
Baumschule, Gartengestaltung, Pflanzenverkauf – das sind heute die Säulen des Betriebes. Was die Angebotspalette bei den Pflanzen angeht, setzen Gillerke und seine Frau Meike auf Vielfalt: Auf rund 8000 Quadratmetern Verkaufsfläche sei ein breites Sortiment zum Beispiel mit immergrünen Gehölzen, Rhododendren, Obstgehölzen oder Stauden zu finden.
Es sei zwar „sehr aufwendig, wie wir das machen“, doch habe es klare Vorteile: Zum einen biete das breite Angebot Anregungen, zum anderen fördere die Mischkultur viele Nützlinge – „die regeln den Pflanzenschutz“. Gillerke: „Wir spitzen nur, wenn wirklich Not am Mann ist.“
Seit zehn Jahren engagiert sich der Betrieb im „Park der Gärten“ in Rostrup. Dort bewirtschafte man einen 250 Quadratmeter großen Themengarten.
Aktuell sind im Betrieb von Bernd und Meike Gillerke zwei Festangestellte und eine Aushilfe beschäftigt. Am 1. August werde ihr Sohn Jan, der zurzeit „seinen Meister macht“, hinzukommen. Zwar könne der Betrieb auch ausbilden, doch einen Lehrling gibt es derzeit nicht. „Vielleicht wissen viele junge Leute heute nicht mehr, welche Neigungen und Talente sie haben“, rätselte Gillerke.
Während FDP-Vorsitzende Marion Daniel mit Meike Gillerke während des Besuchs übers Rosenveredeln fachsimpelte („wir haben 25 Sorten in unserem Garten“), räumte der Landtagsabgeordnete Christian Dürr ein, dass das Thema ihm neu sei: „Wir haben hier Sachen gelernt, das ist der Wahnsinn.“
