Großenkneten - Bei einer Treibjagd im Dezember hat es die erste Begegnung gegeben. Ein kleiner Hund entdeckte einen Nutria, der sich im Reisig im Bereich der Hunte bei Westrittrum geschoben hatte. So erinnert sich Lutz G. Wetzel an die Entdeckung des aus Südamerika stammenden Nagers. Seitdem gab es noch ein überfahrenes Tier und zwei erlegte im Bereich Amelhausen, berichtet Wetzel, Presseobmann des Hegerings Großenkneten, auf NWZ -Nachfrage.
Damit steht fest: Das auch „Biberratte“ genannte Tier ist auch in der Gemeinde Großenkneten angekommen. Es ist eine Erkenntnis, die der Hegering alles andere als positiv bewertet. Schon früher wurden sie gelegentlich gesichtet. Inzwischen steigen die Zahlen an. Von dem Nager, der keine natürlichen Feinde hat, wurden allein in Niedersachsen zuletzt über 10 000 Exemplare erlegt. Im Bereich der Jägerschaft Cloppenburg waren es allein 1088.
„Die Nutrias fühlen sich in den hiesigen Gewässern wohl, unterhöhlen aber Deiche und Uferböschungen und sind vielerorts zum großen Problem geworden“, heißt es. Oft halten sich die Tiere auch im Umfeld der Wasserläufe auf, unter Reisighaufen, in Fuchshöhlen und im Gebüsch.
Knetens Hegeringleiter Max Hunger empfiehlt vor allem Spaziergängern, Begegnungen ihrer freilaufenden Hunde mit Nutria zu vermeiden. „Die bis zu zehn Kilogramm schweren und insgesamt bis zu einem Meter langen Tiere mit den großen, auffallend orangefarbenen Zähnen verteidigen sich und ihre Artgenossen sehr entschlossen und können auch für größere Hunde zu einer Gefahr werden“, sagte er
Dabei sehen die Pflanzenfresser auf den ersten Blick fast putzig aus und wirken sogar zutraulich. Aber wenn sie bedroht werden, können sie ihren Kiefer sehr weit aufklappen und mit ihren großen Zähnen Hunden gefährliche Bisswunden zufügen. Die Kneter Jäger nennen ein Beispiel aus dem Wendland: Ein Jagdhund wurde im Dezember durch einen Nutria tödlich verletzt. Kleinere Hunde werden von ihnen unter Wasser gezogen.
Jäger Wetzel weiß sogar zu berichten: „Es sind auch Fälle bekannt, wo Nutria Menschen angesprungen und gebissen haben. Dabei waren gefährliche Entzündungen die Folge.“
Die Nager gelten als Überträger von Trichinose und Leptospirose, einer gefährlichen Infektionskrankheit. Diese könne schon durch den Kontakt mit dem Kot der Tiere übertragen werden. Deshalb sei besonders im Uferbereich der Hunte Vorsicht geboten. „Spielende Kinder sollten sich den Tieren nicht nähern“, rät der Hegering zur Vorsicht.
