Grüppenbühren - „So etwas Extremes habe ich noch nicht erlebt“, berichtet Friedhelm Blankemeyer. „Wir sind etwa zwei bis drei Wochen hinter der Zeit.“
Der Kartoffelbauer aus Grüppenbühren hat gerade mit der Ernte seiner Frühkartoffeln begonnen. „Normalerweise fangen wir immer Mitte Juni damit an. Jetzt haben wir schon Juli“, sagt er. So falle auch der Ertrag momentan geringer aus als üblich. „Wir können bei den Frühkartoffeln nur die halbe Ernte einfahren“, sagt er. Schuld daran sei das schlechte Wetter, vor allem die lang anhaltende Kälte im Frühjahr habe den Knollen zugesetzt.
„Die halbe Ernte“, so erklärt Blankemeyer, „bedeutet nicht weniger Kartoffeln, sonder kleinere Kartoffeln.“ Die Kartoffel stamme ursprünglich aus Südamerika und sei daher Wärme gewohnt. „Wenn es so kalt ist wie in diesem Frühjahr, dann wachsen sie nicht richtig.“
Ein Problem, womit nicht nur Friedhelm Blankemeyer zu kämpfen hat. In ganz Deutschland ziehen die Kartoffelpreise deshalb zurzeit mächtig an, teilweise um bis zu 50 Prozent. Die Erzeugerpreise für 100 Kilo Frühkartoffeln liegen aktuell bei 65 Euro, vor einem Jahr waren es noch 25 Euro. Auch im restlichen Europa seien Kartoffeln zurzeit Mangelware, erklärt er.
„Der Markt ist im Augenblick knapp“, so Blankemeyer. Ein handelsüblicher 2,5 Kilo-Sack Frühkartoffeln kostet bei dem Landwirt aktuell mit vier Euro fast doppelt so viel wie üblich. „Wenn wir insgesamt geringere Mengen ernten, dann steigen leider die Preise. Das Geld muss ja reinkommen“, erklärt Friedhelm Blankemeyer.
Wann genau die Preise wieder sinken werden, kann der Landwirt nur vermuten. „Ich schätze mal, dass das vielleicht in vier Wochen der Fall sein könnte. Aber die Natur muss es eben hergeben“, so der Kartoffelbauer.
Wenn alle Frühkartoffeln abgeerntet sind, bleibt die Erntemaschine dann bis zur Haupternte im September in der Scheune.
