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Schützen „Nur gegen falsche Vorwürfe gewehrt“

Heinz-Josef Laing

Harkebrügge - In Harkebrügge hat die heile Welt der Schützen einen Knacks bekommen. Der Rücktritt von Kommandeur und Vize-Präsident Richard Machatzke – wir berichteten – nach 24 Jahren im Vorstand des Schützenvereins Harkebrügge hat den Verein und das ganze Dorf überrascht. Hintergrund der Provinz-Posse ist ein Streit, der bis in das vergangene Jahr zurückreicht – und in dessen Mittelpunkt ganz unfreiwillig der 22-jährige Student für Wirtschaftsinformatik, Sebastian Schrör, steht.

Öffentlich beschuldigt

In Harkebrügge ist es üblich, – wie in vielen anderen Orten der Region auch – zum Schützenfest die Dorfstraßen mit Girlanden, Wimpeln, Blumen oder bunten Fahnen zu schmücken. Sebastian Schrör erinnert sich im Gespräch mit der NWZ  an das Schützenfest 2011 in seinem Heimatort: „Als damals an der Kettelerstraße und an der Dorfstraße der Straßenschmuck zum Teil beschädigt worden war, wurde ich vom Vorstand des Schützenvereins während der öffentlichen Königsproklamation namentlich als Täter bezeichnet.“ Der Schützen-Vorstand habe von ihm eine öffentliche Entschuldigung verlangt. Schrör wies damals wie heute jede Schuld von sich.

Thema im Internet

Sebastian Schrör sagt von sich selber: „Ich bin ein friedliebender Typ, suche keinen Streit und verstehe mich mit den Leuten hier im Dorf gut.“ Die Teilnahme am Schützenfest ist für ihn „Pflicht und Spaß“ gleichermaßen. Da feiert er mit Freunden aus dem Sportverein, wo er regelmäßig in der zweiten Herrenmannschaft gegen den Ball tritt.

Zwar stellte sich im vergangenen Jahr schnell heraus, dass Sebastian Schrör als Täter für die Beschädigungen des Straßenschmucks nicht in Frage kam und von den Offiziellen des Schützenvereins folglich zu Unrecht öffentlich bezichtigt worden war. Doch die Vorwürfe waren in der Welt, wurden im ganzen Ort und sogar im Internet heiß diskutiert, weiß der 22-Jährige, der an der Fachhochschule in Wilhelmshaven studiert. Schrör: „Ich wurde deshalb von sehr vielen Leuten bedrängt.“

Bis zum Schützenfest 2012 geschah nichts. Dann habe jedoch Georg Eilers als Vorsitzender des Schützenvereins zu ihm den Kontakt gesucht und sich während der Königsproklamation am vergangenen Montag öffentlich entschuldigt. Schrör: „Das fand ich prima. Ich wollte aber eine Entschuldigung von Richard Machatzke, weil er die treibende Kraft war und mich namentlich beschuldigt hatte.“


Machatzke habe sich zunächst gesträubt. Dann habe sich der Kommandeur doch noch entschuldigt, jedoch für den Verein und nicht im eigenen Namen. Zugleich habe Machatzke den Rücktritt von seinen Ämtern im Schützenverein erklärt. Schrör: „Ich wollte eine Entschuldigung, keinen Rücktritt. Ich habe mich nur gegen falsche Vorwürfe gewehrt. Für mich ist die Sache nun erledigt.“

„Alles nette Menschen“

Schützen-Chef Georg Eilers hat kein Verständnis für den Rücktritt seines Kommandeurs. Machatzke habe sich ihm gegenüber dazu nicht geäußert, sagte Eilers am Mittwoch. Mit seiner Entschuldigung sei für ihn die Sache nun ebenfalls vom Tisch. Eilers: „Das sind doch alles nette Menschen im Schützenverein. Wir wollen da keinen Stress.“

Das sieht auch Sebastian Schrör so. Er ist übrigens seit dem vergangenen Wochenende neues Mitglied im Schützenverein Harkebrügge. Für die ersten zwei Jahre muss er keinen Beitrag entrichten.

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