Edewechterdamm - Wenn Fred Lampe durch seinen Garten in Edewechterdamm läuft, mal auf dieses (Eisgewächse, die einem alten Pfosten wachsen) oder auf jenes (ein aus zusammengewachsenen Buchen bestehender Pavillon) deutet, klingt es so, als hätte sich der Garten alleine geschaffen.

Seit 2002 toben sich Fred und Sabine Lampe in ihrem rund 800 Quadratmeter großen Garten aus. Was sorgsam angelegt wirkt, sei tatsächlich ein Zufallsprodukt des gelernten Gärtners. Auf Papier sei nichts geplant worden. Immer wenn das Paar eine Idee habe oder sich etwas im Park der Gärten abgucke – für diesen halten beide Dauerkarten –, werde hier und da etwas ausgetauscht. Hinter der blühenden Vielfalt steckt dennoch ein System: „Das was grün ist, sollte nicht alles Laub abwerfen und die Blüte ist gestaffelt“, verrät Lampe.

Durch Schredder auf dem Boden müsse er sich nicht mehr um Unkraut kümmern. War früher noch ein Teich das Zentrum des Gartens, bildet dies nun eine geräumige Feuerstelle mit Strandkörben, einer dekorativen Mauer und einem Wasserspiel. „Ein Teich mit Fischen ist wirklich viel Arbeit“, findet Sabine Lampe. Daher wurde das Loch dicht gemacht, die gemütliche Ecke entstand.

„Einmal die Woche mit der Harke durch, so ein bis zwei Stunden“, schätzt Fred Lampe schulterzuckend den Arbeitsaufwand. Im Frühjahr vielleicht noch einmal durchschneiden – anderthalb Tage – fertig. „Der Garten ist sehr pflegeleicht“. Durch den moorhaltigen Boden, müsse er kaum gießen, dazu seien die ausgesuchten Pflanzen pflegeleicht und nicht durstig. „Wenn man nicht so viel düngt, muss man den Rasen vielleicht einmal weniger mähen“, scherzt Fred Lampe.

„Wir sitzen hier nicht so oft alleine, denn sobald wir draußen am Feuer sitzen, kommen Bekannte“, sagt Sabine Lampe. Abends an diesem schönen Ort eine Flasche Wein zu trinken, sei wie Urlaub – weg könnten sie wegen ihrer angrenzenden Baumschule nicht. „Wir müssen ja gießen.“ Dafür könnten stets neue Bäume Einzug halten und ideenlose Kunden zum Träumen gebracht werden.


Fred Lampe hat einen Trick, um Geld zu sparen: Er nimmt Gebrauchtes und führt es mit Ideen einer neuen Verwendung zu. „Das ist ein alter Pfahl, der beim Torfabbau gefunden wurde. Da habe ich dann Efeu drumherum wachsen lassen“, verrät er und deutet auf das baumähnliche Gebilde. Auch an einer Mauer, die wirkt wie eine Ruine aus früheren Zeiten, wurde viel gespart. „Die hat ein Bekannter gemauert. Die Fenster kommen aus unserem alten Haus und die Mauersteine sind Fehlbrände.“ Auch das elegante Wasserspiel im Garten bestehe aus alten Röhren eines Futtertrogs für Schweine. „Sowas sollte man nicht wegschmeißen.“

„Wir finden das schön. Das sind hier 50 bis 60 verschiedene Pflanzen, und das ist auch nicht alles besonders“, findet das Ehepaar.