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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

„Debatte um Fahrverbote ist hysterisch“

22.02.2019
Frage: Herr Schmidt, was sagen Sie zur aktuellen Diskussion um Diesel-Fahrverbote in unseren Städten?
Schmidt: Das ist eine hysterische Diskussion. Wir diskutieren über Grenzwerte, die von führenden Experten in Zweifel gezogen werden. Wir diskutieren über die Positionierung von Messstationen und wissen mittlerweile, dass ein Großteil dieser Messstellen alles andere als repräsentativ für ein ganzes Wohnquartier ist. Wir haben ja teilweise oberhalb an manchen Stationen Feinstaub-Belastungen ganz deutlich unter dem Grenzwert, aber unten an U-Bahn-Stationen Werte, die drei, vier oder fünf Mal so hoch sind wie an der Straße. Danach müsste man den Zutritt zu U-Bahn-Stationen verbieten und den Menschen sagen, sie sollten besser nach oben gehen, da gibt es eine Luftqualität, die fast einem Kurort entspricht. Das zeigt die Perversion der Debatte.
Frage: Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hat für Oldenburg eine Modellrechnung erstellen lassen, wonach die Grenzwerte nicht erreicht werden und keine Diesel-Fahrverbote drohen. Vertreter von Umweltverbänden werfen dem Minister Rechentricks vor – zu Recht?
Schmidt: Rechenkünstler sind eher diejenigen, die an den Messergebnissen dieser Messstationen festhalten. Das, was Olaf Lies macht, hat unsere volle Unterstützung.
Frage: Die Deutsche Umwelthilfe, die wegen überhöhter Messwerte etwa gegen die Stadt Oldenburg klagt, halte ich für…
Schmidt: ...eine fragwürdige Organisation, die mir sehr unseriös erscheint und deren Geschäftsmodell hinterfragt werden muss.
Frage: Können Sie den Unmut vieler Diesel-Fahrer verstehen?
Schmidt: Selbstverständlich. Wir haben in Deutschland fast sechs Millionen Diesel-Fahrzeuge mit Euro-5-Norm, wir haben insgesamt rund zehn Millionen Diesel mit Euro-5 und weniger. Das sind häufig Diesel-Besitzer, die sich ihr Fahrzeug vor wenigen Jahren gekauft und hart erarbeitetes Geld investiert haben und die jetzt feststellen müssen, dass ihre Autos nur noch einen Bruchteil wert sind. Das macht die bei uns in Deutschland sehr akademisch geführte Diskussion deutlich, die sich über die Sorgen und Nöte kleiner Leute hinwegsetzt.
Frage: Was fahren Sie eigentlich für ein Auto?
Schmidt: Ich habe mir, nachdem ich viele Jahre einen Diesel gefahren habe, voriges Jahr einen Benziner zugelegt, weil ich nicht weiß, was die Landeshauptstadt Hannover mit ihrem Drang nach Fahrverboten noch im Schilde führt.
Frage: Einen Verbrenner also: Und da haben Sie kein schlechtes Umweltgewissen?
Schmidt: Gemessen an dem, was die augenblickliche Batterietechnologie an CO2 in der Produktion ausstößt, habe ich nicht im geringsten ein schlechtes Gewissen.
Frage: Ich vertrete 13 Arbeitgeberverbände und keine Gewerkschaften, weil…
Schmidt: ...Arbeitgeber diejenigen sind, die in unserem Land enorm risikobereit sind, Ideen haben müssen und die vielfach nicht unerhebliche persönliche Risiken auf sich nehmen, um anderen Arbeit zu geben. Das ist die Quelle unseres Wohlstands.
Frage: Mein Verhältnis zu Gewerkschaften ist…
Schmidt : ...partnerschaftlich.
Frage: Niedersachsen könnte noch weiter sein, wenn...
Schmidt: ...wir uns mehr an der Messlatte anderer Staaten und Bundesländer orientieren würden. Auch wir in Niedersachsen stehen im Wettbewerb als Wirtschaftsstandort. Fahrt aufnehmen kann man nur, wenn man sich Ziele setzt – und diese werden mitunter von anderen vorgegeben.
Frage: Ministerpräsident Stephan Weil macht…
Schmidt: ...eine sehr umsichtige und rationale Politik. Er weiß, Wahlen gewinnt man in der Mitte.
Frage: In meiner Freizeit…
Schmidt : ...arbeite ich sehr gern im Garten, fahre mit meiner Familie an die Nordsee oder in die Lüneburger Heide und lese gern.
Frage: Sie dürfen sich ein Auto aussuchen und nehmen…
Schmidt : ...ein BMW Coupé, das Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre bei Karmann gebaut wurde: Das CSI Coupé.

Das Interview als Video unter   www.nwzonline.de/videos 
Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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