OBENSTROHE - „Vollkommen zufrieden“ zeigte sich Herbert Wilken-Johannes von der Dorfgemeinschaft Obenstrohe: An dem Fußmarsch als Demonstration für einen Rad- und Fußweg an der Mühlenteichstraße vom Ortsausgang Obenstrohe bis zum Mühlenteich hatten sich am Sonntag etwa 100 Menschen beteiligt. „Das macht uns Mut, am Ball zu bleiben – wir werden weiterhin Druck auf die Politiker ausüben“, so der Organisator: „Denn der Landkreis steht hinter uns, jetzt fehlt nur noch das Land Niedersachsen, das die Mittel bereitstellen muss.“

Etwa 100 000 Euro werde der Rad- und Fußweg kosten, wusste Wilken-Johannes, „gemessen an einem Menschenleben ist das wenig“.

Eindringlich machte er zu Beginn des Demonstrationszuges deutlich, wie gefährlich die enge Straße ist – und wie stark sie auch und gerade von Kindern und Jugendlichen genutzt wird. So marschieren die Kinder des Obenstroher Kindergartens einmal in der Woche zu ihrem Waldkindergarten am Mühlenteich, und auch die Grundschule passiert die Straße häufig. „Und wenn die Schlittschuhläufer im Winter kommen, sind die Gefahren noch größer“, fügte Suntke Reents, früherer Schulleiter in Obenstrohe, hinzu. Franz Wimmer, früheres Kreistagsmitglied, erinnerte an ein Schreiben, in dem er vor fünf Jahren den damaligen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Walter Hirche (FDP), gebeten hatte, sich für den Bau des Radweges stark zu machen – der stimmte in der Sache zu, verwies aber auf die finanzielle Situation des Landes.

An dem Marsch vom Watermann-Parkplatz bis zum Mühlenteich beteiligte sich auch Varels stellvertretender Bürgermeister Bernd Köhler (SDV): „Hier wäre das Geld sinnvoller angelegt als in eine Lärmschutzmauer für 150 000 Euro“, meinte er. Kreistagsabgeordneter Raimund Recksiedler (SPD) sah das Land in der Pflicht. Im Landkreis Friesland genieße der Radweg bereits oberste Priorität: „Wenn ein Radweg gebaut wird, dann hier“, betonte er.

Nicht nur diese Maßnahme war am Sonntag im Gespräch. Teilnehmer sprachen sich auch dafür aus, die zulässige Geschwindigkeit auf 50 km/h zu reduzieren; das Tempolimit hatte es früher schon einmal gegeben, wurde aber zwischenzeitlich aufgehoben. Wilfried Reinders aus Oben-strohe hatte deswegen bereits im Juni vergangenen Jahres einen Antrag an die zuständigen Behörden gestellt.