OBERHAMMELWARDEN - Vier heranwachsende Kinder und eine allein erziehende Mutter: alle Kinder gesund, so gut wie flügge und gut im Futter.

Diese Familienkonstellation findet man in diesen Tagen in luftiger Höhe bei Familie Storch am Erlenteich in Oberhammelwarden. Aber wo ist der Vater des schwarz-weiß geflügelten Quartetts? „Der männliche Storch ist seit drei Wochen verschwunden“, haben die Storcheneltern Mandy und Herbert Dettmann beobachtet. Sie vermuten, dass das Tier einem Unfall zum Opfer gefallen ist.

Dabei hatte im Storchennest auf dem Grundstück der Dettmanns bereits im März alles so gut angefangen. Gleichzeitig traf das Storchenpaar in diesem Jahr ein und machte sich unverzüglich an die Familienplanung. Sechs Eier legte die Störchin, fünf Junge schlüpften und wuchsen heran. „Fünf Jungstörche hatten wir hier zum letzten Mal vor dreizehn Jahren“, erinnert sich Herbert Dettmann. Als Udo Hilfers von der Storchenpflegestation Berne sich daran machte, den Nachwuchs zu beringen, fand er einen Jungstorch tot im Nest vor. Er sei zwar mit rund drei Kilogramm wohlgenährt gewesen, möglicherweise aber während der kühlen und nassen Witterung an einer Lungenentzündung gestorben, meinte Udo Hilfers.

Um zunächst fünf und später vier hungrige Klapperschnäbel satt zu bekommen, unterstützten die Dettmanns die Großfamilie Storch und servierten als Beifutter täglich Heringe und Stinte. „Unser ganz besonderer Dank gilt der Bremerhavener Räucherei Franke für das gestiftete Fischfutter“, betont Herbert Dettmann. Er achtet penibel darauf, immer genügend Fisch vorrätig zu halten. Bereits im Frühjahr bekam Dettmann von einem Elsflether Fischer 50 Kilogramm Stinte, die sich dank ihrer geringen Größe besonders gut als Beifutter eignen und die für die Sommerfütterung eingefroren wurden. „Seitdem die Storchenmutter ihre Kinder allein aufzieht, ist das Zufüttern besonders wichtig“, so die Dettmanns und das Nachwuchsquartett gibt ihnen recht: Alle sind kerngesund und absolvieren jeden Tag immer wieder ihre Flugübungen.

Die „unbemannte“ Störchin hat inzwischen Gesellschaft bekommen, eine fremde Störchin – ebenfalls ohne Partner – interessiert sich in diesen Tagen lebhaft für das Familienleben im Horst. Ungeachtet der späten Jahreszeit und ohne Aussicht, noch einen männlichen Partner zu ergattern, machte sich die „Fremde“ unverzüglich an den Nestbau – ausgerechnet auf dem Schornstein des Nachbarhauses.


Weil das im Nachbarhaus aber Probleme beim Heizen bringen dürfte, will die Nachbarin die nicht „genehmigte“ Kinderstube auf dem Schornstein in Kürze entfernen.