OBERHAMMELWARDEN - „Wenn’s so richtig knackt, dann klappt’s auch mit dem Boßeln." Das wünschte sich Werner Ahlers, Vorsitzender des Bürgervereins Hammelwarden-Lienen, zum alljährlichen sportlichen Wettbewerb zwischen den Oberhammelwarder Schützen und den Bürgervereinsmitgliedern.
Zwar fröstelte es am Wochenende wohl ein bisschen, aber für einen Boßelwettkampf reichten die Temperaturen rund um den Nullpunkt mit einem schwächelnder Ostwind nun doch nicht aus, und so flogen – wie in fast allen vergangenen Jahren – am Oberhammelwarder und Liener Deich die Besen hoch und weit.
Vor dem Marsch entlang des Deichsicherungsweges waren ein paar Vorbereitungen wichtig, so zum Beispiel die Inspektion des Bollerwagens. Der war gut gefüllt mit Brötchen, flüssigem Zielwasser und zwei frisch gebundenen Besen. An den Farben ihrer Schnapsglasbänder waren die späteren Kontrahenten gut zu erkennen: Grün trugen die Schützen und Rosa die Männer vom Bürgerverein.
Nach einem kräftigen Schluck aus dem Kornglas am Bande hatten die Vereinsvorsitzenden Jürgen Schmidt und Werner Ahlers die Ehre, mit einem Probewurf die Flugfähigkeit der Reisigbesen auszutesten. Dieser Test verlief zur Zufriedenheit aller Teilnehmer, der Traditionswettbewerb konnte beginnen.
Bei dem stillen und sonnigen Winterwetter war ein Abdriften der Besen nicht zu befürchten, einige Querwürfe sorgten allerdings für einen leichten Vorteil bei der Schützenmannschaft. Auf halber Höhe der Wettbewerbsstrecke machten die Damen ihren Männern die Aufwartung und steigerten mit Glühwein und Schmalzbroten mit Zucker (!) die Motivation der Besenwerfer.
Das Ergebnis war denkbar knapp – es siegte der Schützenverein mit 3:2 In trauter Eintracht wurde das gelungene Besenwerfen von Siegern und Besiegten im Liener Bootshausrestaurant gefeiert, für ein Jahr sind die Schützen im Besitz des Günter-Jakob-Gedächtnispokals.
