OBERHAUSEN/WüSTING - Schon immer mussten Landwirte für vernünftige Preise kämpfen und sich engagieren, um ihre Vorstellungen durchzusetzen, berichtet Wilfried Siems. Der Vorsitzende des Ortslandvolks Wüsting verglich in seiner Rede zum 60-jährigen Bestehen des Verbands die Probleme in der Landwirtschaft von heute mit denen in der Vergangenheit.

Etwa 100 Mitglieder waren am Donnerstagabend in der Gaststätte Kunst/Mertins in Oberhausen erschienen, um seinen Ausführungen zu lauschen. Mit dabei der Kreislandvolkvorsitzende Jürgen Seeger, der Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands, Bernhard Wolff, die Landfrauenvorsitzende Elke Stenzel und die Vorsitzende der Landjugend Oberhausen Lisa Meinen-Ebeling.

Am 2. März 1948 wurde der Verband gegründet. Damals waren knapp 70 Leute anwesend, schildert Siems, von denen gleich 60 Mitglied wurden. Seine höchste Mitgliederzahl erreichte der Ortslandvolkverband Wüsting 1957. Insgesamt 324 Mitglieder wurden gezählt. Aktuell sind es knapp 140.

Bereits 1952 produzierten deutsche Bauern Überschüsse an Butter, und es wurde in Oberhausen über Flurbereinigung diskutiert, obwohl das Gesetz erst 1953 in Bonn in Kraft getreten sei. Die erste große niedersächsische Bauerndemonstration gab es 1955 in Hannover. Damals kämpften 15 000 Landwirte um ihre Rechte. Auch das sei nichts Neues, berichtete Siems.

Auf eine ereignisreiche Vergangenheit blicke der Ortslandvolkverband allemal zurück. Nur einige Ereignisse erwähnte Siems: 1972 trat die Gemeinde Wüsting der Gemeinde Hude bei. 1981 errichtete Hans Behrens die erste Biogasanlage. Im Jahr 1993 bekamen es die Bauern in Südoldenburg mit der Schweinepest zu tun. Bereits dreimal, zwischen 1996 bis 2006 fand der Tag des offenen Hofes statt. 2007 und 2008 beschäftigten auch die Wüstinger Landwirte zwei Themen: Der Bau von Biogasanlagen und die hohen Milchpreise. Das Landvolk habe mehrmals Milch gekauft und an Sozialstationen abgegeben.


Es sind immer wieder ähnliche Themen, die sich durch das 60-jährige Bestehen der Verbandsarbeit ziehen. Vor allem die jungen Landwirte forderte Siems auf, sich zu engagieren und für ihre Existenz zu kämpfen.

Im Anschluss an Siems’ Rede und Seegers Grußworte wurde noch in gemütlicher Atmosphäre gegrillt.