Barßel - In Barßel am Mühlenweg auf einer Fläche der Gemeinde haben Naturschützer am Wochenende eine neue Streuobstwiese mit alten Apfel-, Birnen-, Zwetschen- und Kirschsorten angelegt. Etwa 40 Bäume wurden unter der Federführung der Ortsgruppe Elisabethfehn des Naturschutzbundes (Nabu) gesetzt, darunter „Gelber Edel“, „Glockenapfel“, „Boskop“ „Bunte Juli“, „Gute Graue“ oder „Althans“ und „Heidelfinger“.
„Im Rahmen des Projektes ,Lebensraum Obstwiese – ein Heim für den Grünspecht’ haben wir die zahlreichen Obstbäume alter Sorten gepflanzt, um den bevorzugten Lebensraum des Grünspechts, die Obstwiese, neu entstehen zu lassen“, sagte Julia Thoben, Sprecherin der Ortsgruppe, bei der Begrüßung. „Dank der Unterstützung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung können wir auch hier in Barßel eine neue große Obstwiese anlegen“, freute sie sich. Tatkräftige Unterstützung beim Anlegen des Obstgartens erhielt die Ortsgruppe von den Jägern des Hegering Barßel, von Imkern und dem Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn.
„Die Bäume werden Bienen, Vögeln und vielen weiteren Tieren in Zukunft Nahrung und Wohnung sein. Ist der Obstbaum selbst schon Lebensraum und Lebensgrundlage vieler verschiedener Arten, trifft dies umso mehr für einen Obstgarten zu“, meinte Peter Steffens, der das Anlegen der Streuobstwiese initiiert und organisiert hatte. Interessierte pflanzten auf der neuen Streuobstwiese gleich direkt ihren „eigenen“ Baum oder übernahmen eine kostenlose Baumpatenschaft.
So auch Barßels Bürgermeister Nils Anhuth. „Ich freue mich über das Engagement der Ortsgruppe im Sinne des Natur- und Umweltschutzes. Hier werden Menschen und Natur zusammengebracht“, so Anhuth.
„Es ist eine beispielhafte Pflanzaktion. Früher gab es noch zahlreiche Streuobstwiesen und jeder Landwirt hatte verschiedene Baumsorten auf seinem Land stehen. Leider ist aber mit der Zeit die Obstvielfalt auf der Strecke geblieben“, meinte der stellvertretende Landrat Hartmut Frerichs.
Wer sich im Sommer und Herbst über eine reiche Ernte freuen will, muss bereits beim Anlegen des Obstgartens auf die individuellen Bedürfnisse der Bäume eingehen. So hatte die Nabu-Ortsgruppe Pomologe Michael Theis aus Ostfriesland eingeladen, der den Naturfreunden den richtigen Pflanzenschnitt zeigte.
Weitere Aktionen im neuen Barßeler Obstgarten sind geplant. So unter anderem ein Blütenfest im Frühsommer, die Pflanzung von Beerensträuchern oder das Anlegen einer Steinmauer für Kröten, Molche und Igel.
Als nächsten Termin bietet die Ortsgruppe am 4. Dezember einen Vortrag über „Winterfütterung“ von Dipl. Biologin Elisabeth Woesner“ an. Beginn: 19.30 Uhr in der Teestube des Moor-und Fehnmuseums Elisabethfehn .
