Rastede/Ovelgönne - Die Landwirtschaft in Niedersachsen habe sich über Jahrzehnte erfolgreich entwickelt. Das solle auch so weitergehen, meinte Landes-Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD, Sande) beim „Themenabend Wirtschaftsgrünland“, den das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen (Ovelgönne) und Agravis im Akademiehotel Rastede veranstalteten. Eine erfolgreiche Entwicklung in diesem Bereich sei auch Basis für weitere für Niedersachsen wichtige Industrie-Branchen von Ernährung bis Anlagenbau. „Beides bedingt einander.“
Es müsse auch im Hinblick auf die Qualität letztlich darum gehen, „dass Produktion weiter hier stattfindet“. Wichtig sei gesellschaftliche Akzeptanz. Dazu müssten die Herausforderungen in Bereichen wie Haltung, Boden/Wasser oder Flächennutzungskonkurrenz mit klugen Lösungen angegangen werden. Dort lauere enormes Innovationspotenzial, für dass es weltweit Märkte geben werde, so Lies.
Wichtig sei zudem, Vorstellungen zur Ökologie und zur wirtschaftlichen Entwicklung in Einklang zu bringen. Ohne dies wär eine weitere Entwicklung „nicht mehr möglich“, meinte der Minister. Aus seiner Sicht sei der „Masterplan Ems“ ein „Modell“, mit einem „gemeinsamen Vorgehen aller Beteiligten“. Jetzt müsse man an der Ems „in die vernünftige Ausgestaltung einsteigen“. Lies sagte, er könne nicht versprechen, dass nicht auch in Zukunft Grünland-Flächen der Region für die Entwicklung der Region herangezogen werden müssten, etwa für Infrastruktur- und Gewerbe.
Der Vorstandsvorsitzende des Grünlandzentrums, Peter Cornelius, kritisierte das Vorgehen beim „Masterplan Ems“. „Es geht nicht ohne die Bauern“, betonte er. Sie müssten „vorher gefragt werden“. Cornelius rief das Land dazu auf, „die Landwirtschaft in Grünlandregionen voranzubringen“, auch etwa in Bereichen wie Wegebau und Flurbereinigung. Zurzeit gebe es auch durch Verordnungen zahlreiche Hindernisse.
Die Bedeutung des Grünlands unterstrich der Experte Cord Stoyke aus dem Landwirtschaftsministerium. Es sei „erstes Glied einer ganz wichtigen Wertschöpfungskette“. Aktuell stünden die Betriebe vor Herausforderungen durch das Ende der Milchquote.
Stoyke erwartet zunehmende Herden-Größen. Aber es würden wohl „weniger Tiere auf Wiesen“ zu sehen sein. Das könne „zu einem Problem für das Image der Branche werden“, mahnte Stoyke.
Heinz Korte, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsens, forderte für die Landwirte ein verlässliches Klima für Investitionen. „Wir brauchen Zuversicht.“ Ihrerseits dürfe die Landwirtschaft sich gegenüber „Baustellen“ wie dem Nährstoffüberschuss nicht verschließen. Korte ließ durchblicken, dass er in der Sacharbeit gern neben dem Landwirtschafts- häufiger auch das Wirtschaftsministerium mit am Tisch hätte.
Das Grünlandzentrum (Geschäftsführer Arno Krause) versteht sich als „zentrale Anlauf- und Vernetzungsstelle“ rund ums Grünland. Weitere Veranstaltungen sollen folgen, so Krause.
