Almsloh - Ist es nun nur eine Legende – oder am Ende doch wahr? Junge Teilnehmerinnen der Landpartie „Almsloh – Pferde und mehr“ wollten es am Sonntag genau wissen: Schwitzen die alten Steine der Almsloher Ölmühle nahe dem Hof Strudthoff auch heute noch Öl aus? Der Test verlief negativ. Vom Öl war nichts zu spüren, nur etwas dreckiger seien die Hände wohl schon geworden, merkte Teilnehmer Rainer Vosteen schmunzelnd an.
Die Rossmühle mit Göpel-antrieb sei an dieser Stelle von 1863 bis 1906 betrieben worden, berichteten die Gästeführerinnen Elisabeth Kühling und Annette Dick den knapp 40 Landpartie-Gästen. Vor allem Raps-Samen habe Johann Hinrich Raschen hier mit Hilfe eines Pferdes gequetscht. Das gewonnene Öl „wurde in Haus und Hof dringend benötigt für Hausbeleuchtung – es gab ja noch kein elektrisches Licht“. Auch zum Zubereiten von Speisen sei das Öl genutzt worden.
Mit dem Aufkommen von Öl-Fabriken hätten kleine Betriebe keine Chancen mehr gehabt. Bis 1918 sei die sechs mal acht Meter große Fachwerk-Mühle noch als Scheune genutzt worden, dann kam der Abriss.
Die Gästeführerinnen gingen schließlich auf die „Wasserkunst“ ein, eine Anlage zum Führen von Wasser, 1615 bis 1617 im Auftrag von Graf Anton II. von Delmenhorst gebaut. „Hunderte Erlen“ seien für die fünf Kilometer lange Leitung von einer Quelle in Almsloh bis zur Burg in Delmenhorst gefällt worden – denn die ausgehöhlten Stämme bildeten die Rohre. Die damit erreichte gute Wasserqualität in der Burg habe auch Neid hervorgerufen, wussten Annette Dick und Elisabeth Kühling.
„Bitte Platz nehmen“ hieß es für die Landpartie-Teilnehmer auf Hof Hegeler/Tapken. Unterstützt von den Reiterinnen Janna Horstmann und Sophie Engels, führte Ina Tapken die Gäste in die Vielseitigkeitsreiterei ein. Almsloher Kinder übernahmen das Gastronomische – sie verkauften Kaffee, Tee und Kuchen.
