OFENERDIEK - Im Neubaugebiet leben Kinder bis sechs Jahre. Der Spielplatz sei für sie nicht geeignet, monieren die Eltern.
Von Susanne Gloger
OFENERDIEK - „Das ist doch nicht kindgerecht“, kritisiert Sienet Beyder-Kuhle. Die 28-jährige zweifache Mutter zeigt auf den Spielplatz im Neubaugebiet an der Straße Am Karuschenteich. Eine Tischtennisplatte gibt es hier, ein kleines Fußballtor vor einem Metallzaun, einen Sandbereich, übergroße Bänke, zwei kleine Wippgeräte und ein Mini-Karussell.„Hier wohnen Kinder im Alter bis sechs Jahre. Die wünschen sich eine richtige Wippe, eine Schaukel und eine Rutsche. Mit einer Tischtennisplatte können die nichts anfangen. Die benutzen sie nur als Klettergerüst“, weiß Britta Seidel (31) aus Erfahrung mit ihren beiden kleinen Kindern. Ihre Nachbarinnen Karin Krogmann (ebenfalls zweifache Mutter) und Bianca Richter (Mutter eines Kindes) nicken.
„Wir haben uns für die Grundstücke, die nur kleine Gärten haben, ja gerade auch deshalb entschieden, weil auf dem Bauplan ein Spielplatz ausgewiesen war. Wir haben den schließlich mit dem Kaufpreis mitbezahlt. Und nun das hier“, moniert Sienet Beyder-Kuhle. Der Platz werde als Treffpunkt von Jugendlichen genutzt. „Die wohnen aber gar nicht hier“, so die Ofenerdiekerin. Zigarettenkippen und sogar ein Kondom habe man im Sand gefunden.
„Anrufe bei der Stadt und beim Investor OLB haben nicht geholfen. Jeder wies die Verantwortung an den anderen“, ärgert sich Bianca Richter. Aussagen von der Stadt wie „Die Kinder werden ja größer“ oder „Für Kleinkinder gibt es Spielplätze im Umkreis, dieser Platz ist für Größere“ ärgern die 28-Jährige.
Auf Nachfrage der NWZ bestätigt OLB-Pressesprecherin Britta Silchmüller, dass die Bank als Investor für die Ausstattung des Platzes zuständig ist. „Allerdings nach exakten Vorgaben der Stadt.“ Dort ist der Fachdienst für Stadtgrün, Planung und Neubau für das Areal verantwortlich. „Unsere Überlegungen waren, einen Bereich für möglichst naturnahes und kreatives Spielen zu schaffen“, erklärt Stadtsprecherin Christiane Maaß. Die Erfahrung zeige, dass Schaukel, Rutsche und Wippe Geräte mit geringer Aufenthaltszeit seien. „Kreatives Spielen findet überwiegend daneben statt.“
Laut Niedersächsischem Spielplatzgesetz müssten Kommunen Spielplätze schwerpunktmäßig für die Altersgruppe der Sechs- bis Zwölfjährigen planen, so Maaß. „Kleinere Kinder sollen auf Privatgrundstücken spielen.“ Aber gerade hier in diesem Neubaugebiet habe die Stadt das nicht so eng gesehen. „Es gibt ja den Sandbereich mit Wasserpumpe und die kleinen Wippen.“ Große Spielgeräte würden das kleine Areal nur einengen. Der Bereich solle ein kommunikativer Treffpunkt für Groß und Klein sein. Außerdem gebe es in der Nähe am Lachsweg einen Spielplatz mit Rutsche und Wippe.
