Ofenerdiek - Es ist ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis in Ofenerdiek, die Party schlechthin in dem Stadtteil: Seit 32 Jahren, im März/April, wird hier der Sockenball gefeiert. Dazu kommen immer so um die 1000 Gäste in die große städtische Spielhalle an der Lagerstraße. Feiern für den guten Zweck ist stets das Motto, denn der erwirtschaftete Überschuss geht an die Fördervereine der Grundschule und der Oberschule Ofenerdiek. Im Laufe der Jahre kamen so über 200 000 Euro zusammen.
Gern hätte man auch den 33. Sockenball im Frühjahr gefeiert. Als Termin war der 12. März festgelegt worden. Doch nun wird das Organisationsteam um Petra Brundiers und Tanja Otto die Werbebanner gar nicht erst aufhängen. „Der Sockenball ist abgesagt“, informiert Ingo Otto, der nicht nur zur Mannschaft der Helfer gehört, sondern auch 1. Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule ist. Warum? „Ärgerlich: Die Genehmigung der Stadt kam zu spät. Wir mussten irgendwann eine Entscheidung treffen. Es nehmen ja Leute aus dem Team von ungefähr 60 Helfern extra Urlaub für die Veranstaltung. Getränke müssen bestellt werden, der Discjockey auch.“
Auflagen erfüllen
Um ein städtisches Gebäude nutzen zu dürfen, müssen Veranstalter eine Genehmigung beim Bauamt einholen und dafür einige Auflagen erfüllen. Dazu zählt ein Brandschutzkonzept. Das weiß man auch im Sockenballteam. „Wie üblich wurde der Antrag ans Bauamt im November eingereicht. Die Genehmigung kam dann sonst immer im Januar“, erzählt Ingo Otto.
Diesmal aber seien stattdessen immer nur wieder neue Anfragen aus dem Bauamt – per Post – nach Ofenerdiek geschickt worden. „Wir sollen Auskunft über die Beschaffenheit der Türen in der Halle geben und sagen, ob es dort Notstromlampen gibt“, nennt Ingo Otto Beispiele. Vergangene Woche am Mittwoch entschied man sich, den Sockenball abzusagen. Am Freitag dann kam die Genehmigung aus dem Bauamt.
Die Ofenerdieker wollen den Ball aber nicht ganz ausfallen lassen. „Wir peilen jetzt einen Termin im Herbst an. Wir wissen nicht, ob wir das ganze Antragsverfahren erneut durchlaufen und noch einmal 200 Euro Gebühren zahlen müssen“, sagt der Fördervereinsvorsitzende. Er betont dabei auch, dass man die Auflagen ja erfüllen wolle, sich aber eine bessere Kommunikation von Seiten der Stadt wünsche.
„Wir bedauern, dass die lange Bearbeitungszeit bei diesem Antrag dazu geführt hat, dass die Veranstalter sich zu einer Verschiebung entschlossen haben“, so reagiert Stadtbaurätin Gabriele Nießen auf diesen Vorfall.
In der Tat habe die Bearbeitung des Antrags aus Ofenerdiek – aus internen Gründen – länger gedauert als zuletzt, informiert Stadtsprecher Reinhard Schenke auf Nachfrage der NWZ : „2015 hatten wir bereits im Januar genehmigt. In den Jahren zuvor allerdings auch schon häufiger im Februar. Dies lag an Nachfragen der Feuerwehr zu den Rettungswegen.“
Kosten gering halten
Der Sockenball verfüge seit 2009 über eine Ausnahmegenehmigung, so Schenke. Die Veranstaltungen davor seien also ohne Genehmigung ausgerichtet worden. „Wir bemühen uns, die Kosten so gering wie möglich zu halten. Realistisch sind Gebühren zwischen 75 und 200 Euro, jeweils abhängig von der Größe der Veranstaltung und dem genutzten Raum“, so der Stadtsprecher, der auch ankündigt, dass für den Sockenball keine neuen Gebühren anfallen, wenn er in den Herbst verschoben wird. Das Antragsverfahren aber muss wiederholt werden.
