OFENERFELD - „Für Viele ist unser Hobby schon exotisch“, räumt Matthias Schmietenknop ein. Entsprechend verwundert reagiert das Umfeld, wenn der Metjendorfer erzählt, dass er als Mitglied des Pfeifenklubs „Einigkeit“ Ofenerfeld in Berlin gerade Deutscher Meister in der Einzelwertung der Männer geworden ist – im Pfeife-Langsamrauchen.

Für eine Stunde, 32 Minuten und 19 Sekunden hatte er verhindert, dass die Glut in seiner mit nur drei Gramm Tabak gestopften Pfeife erlischt. Immer unter den gestrengen Augen der Schiedsrichter, die zwischendurch schon mal sehen wollen, ob der Tabak noch glimmt. „Dann müssen wir es qualmen lassen, als Beweis“, sagt der neue Titelträger, der sich gegen 90 Mitbewerber durchgesetzt hatte.

Dass er in der Mannschaftswertung der Männer gemeinsam mit seinen Vereinskollegen Lutz Helm aus Metjendorf, Henning Hartung und Udo Heiduk (beide Oldenburg) auch Deutscher Vizemeister in der Mannschaftswertung der Männer geworden ist und 24 Teams hinter sich ließ, freut den 37-Jährigen natürlich besonders.

21 Mitglieder des Pfeifenklubs waren nach Berlin gereist, elf bei der „Deutschen“ angetreten. „Den letzten Titel hat der Verein 2002 geholt“, erinnert sich Vorsitzender Lutz Helm: Helga Rüdebusch war damals Deutsche Meisterin in der Einzelwertung der Frauen geworden – in Ofenerfeld, wo die „Deutsche“ anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Vereins ausgerichtet worden war. „Heute raucht bei uns nur noch eine Frau aktiv mit“, erzählt der Vorsitzende, der das gleich als Aufruf an alle Damen versteht, die Interesse haben, im Verein mitzuwirken. Mitglieder müssen dabei überhaupt nicht Raucher sein: Selbst viele Wettkampfraucher sind im Alltag Nichtraucher.

Was macht bei einem Wettbewerb den guten Langsamraucher aus? „Ein bisschen Glück, ein bisschen Technik, der Tabak muss stimmen – und das richtige Stopfen“, weiß Schmietenknop, der wie seine Mitbewerber mit Pfeife, drei Gramm Tabak, zwei Streichhölzern und einem Stopfer ausgestattet an der Startlinie stand. „Das Schlimmste ist, wenn die Pfeife ausgeht und die Hälfte des Tabaks ist noch da“, heißt es im Verein. Und: „Wenn man im Tabak einen dicken Stängel vors Saugrohr kriegt, ist‘s aus“. Der aktuelle Weltrekord im Pfeife-Langsamrauchen wurde übrigens 2008 aufgestellt – in Würselen bei Aachen: Ein Italiener qualmte seine Pfeife stolze drei Stunden und 33 Minuten.