Oldenburg - Die in großer Zahl nach Deutschland strömenden Flüchtlinge sind bisher am Ausbildungsmarkt im Nordwesten trotz erster Kontakte noch keine große Herausforderung. Dies werde sich aber ändern. Im Verlauf von 2016 sei mit „deutlich mehr“ Jugendlichen aus dem Kreis der Asylsuchenden zu rechnen, die eine Ausbildung starten wollten, hieß es am Donnerstag bei der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven, der Oldenburgischen IHK und Handwerkskammer Oldenburg (HWK).

„Wir versuchen, offensiv mit unserem Dienstleistungsangebot auf diese Gruppe zuzugehen“, sagte Ulrich Thies, Geschäftsführer bei der Oldenburger Arbeitsagentur. Betrieben signalisiere man, sich „perspektivisch auf das Thema einzustellen“. Das Thema werde Anfang und Mitte nächsten Jahres „in kurzer Zeit Dynamik bekommen“.

Das Handwerk sei „offen“ für das Thema und hoffe, dass sich viele Flüchtlinge für eine Ausbildung interessierten, sagte Ausbildungsexperte Wolfgang Jöhnk. Zurzeit würden bereits 230 ausländische Jugendliche in oldenburgischen Betrieben ausgebildet.

IHK-Geschäftsführer Dr. Thomas Hildebrandt wies auf die zunächst fälligen Integrations- und Sprachkurse hin. Im Frühling und Sommer sei dann mit einem Schub junger Flüchtlinge als Bewerber zu rechnen. Hildebrandt riet Unternehmern, das Thema mit ihren Ausbildern und Belegschaften zu besprechen. Integration allein über die Chefetage funktioniere nicht.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)