Oldenburg - Vor kurzem war hier noch grüne Wiese, jetzt ragen graue Betonträger bis zu 15 Meter in den Himmel – ein gutes Zeichen, denn es macht das Wachstum der Oldenburger Büfa-Gruppe deutlich. Am Standort Ohmstede wird die Fläche der Büfa Reinigungssysteme mit dem Neubau, der bis März 2018 fertig werden soll, verdoppelt.

Allein in diesem und dem kommenden Jahr investiert Büfa 35 Millionen Euro in die Entwicklung seiner drei Geschäftsfelder Chemikalienhandel, Kunststoffe und Reinigungssysteme, kündigte Felix Thalmann, der Chef der Büfa-Gruppe in Etzhorn, am Donnerstag an. Denn der Absatz konnte in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 30 Prozent gesteigert werden, der Ertrag wächst kontinuierlich. Diese Entwicklung hält an und stellt die Gruppe vor entsprechende bauliche Herausforderungen.

Für die Weiterentwicklung der Gruppe werden die großen Standorte Rastede-Liethe, Ohmstede und Altmoorhausen modernisiert und erweitert und in Sicherheit und Digitalisierung investiert – allein in Ohmstede für zehn Millionen Euro. „Damit ist der Standort für die nächsten 20 Jahre fit gemacht“, sagte Betriebsleiter Stefan Hein.

Mit dem Engagement in Ohmstede werden „Wachstumsperspektiven geschaffen, Engpässe beseitigt und die Arbeitsplätze unserer 106 Mitarbeiter hier gesichert“, sagte Thalmann.

In das neue Gebäude zieht auch ein hochmodernes Labor mit Technikum, in dem Produkt-Innovationen optimal getestet werden können. „Unseren Kunden bieten wir zudem eine Plattform für Schulungen – auch für nachhaltige Anwendungsverfahren oder für unsere neuen ökologischen Produkte, deren Anteil am Sortiment wir deutlich steigern wollen“, sagte Thomas Siemer, Geschäftsführer von Büfa Reinigungssysteme.


Büfa in Ohmstede ist mit 25 Mio. Euro Umsatz zwar das kleinste der drei Büfa-Geschäftsfelder, gehört aber zu den führenden Anbietern von Desinfektions-, Reinigungs- und Pflegeprodukten, Textilhilfs- und Waschmitteln – von Italien bis Island, von Australien und Neuseeland bis Indien. Aus Ohmstede werden weltweit Kunden in der Lebensmittelindustrie, der Textilreinigung und der Druckindustrie versorgt, einschließlich Anwendungs- und Dosiertechnik. Zu den Kunden der Ohmsteder Sauberkeits- und Hygienespezialisten zählen hier im Umfeld unter anderem die Rügenwalder Mühle, Coppenrath & Wiese, Danish Crown, apetito, agrarfrost oder die Molkerei Ammerland, aber auch Wäschereien von Schwarting bis Mewa (5200 Mitarbeiter).

Das Unternehmen setzt etwa in der Textilreinigung zunehmend auf wässrige Systeme als neue Art der Nassreinigungung (Büfa 4.0). Die Technologie ist heute so weit, dass selbst gehobene Obergarderobe (z.B. aus Wolle) wässrig behandelt werden kann. Thalmann: „Das ist sehr viel einfacher im Handling, günstiger und ökologischer.“

Der Ausbau der ökologischen Produktlinie Sodasan, die ausschließlich auf biologischer Basis entsteht und auch im „grüner shoppen“-Online-Shop für Endkunden verkauft wird, gilt als weiteres Zeichen, dass heute vielmehr als früher „in Kreisläufen gedacht wird“, so der Chef der Büfa-Gruppe.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg