Kassel - Kontaktloses Bezahlen und andere neue Funktionen der Girocard (EC-Karte) sollen künftig in Kassel getestet werden. Die Kreditwirtschaft will dort die Alltagstauglichkeit und Akzeptanz von Neuerungen prüfen, bevor sie bundesweit eingeführt werden. Kassel sei ausgewählt worden, weil die Stadt unter anderem bei Kaufkraft und Bevölkerungsstruktur nah am Bundesdurchschnitt liege, sagte Ingo Limburg von Euro Kartensysteme am Mittwoch bei der Vorstellung Kassels als „Girocard City“. „Kassel ist wunderbar repräsentativ.“ Die Stadt sei für die nächsten 10 bis 15 Jahre als Testlabor für Innovationen vorgesehen.
Die Girocards in der Region sollen nach und nach ausgetauscht und mit neuen Funktionen versehen werden. Einige Verbraucher in Nordhessen können in bestimmten Geschäften bereits seit Oktober 2015 Beträge bis 25 Euro kontaktlos und ohne Persönliche Identifikationsnummer (PIN) bezahlen, indem sie die Karte vor ein Terminal halten. Bei höheren Einzelbeträgen wird die PIN abgefragt. Bei unberechtigten Einkäufen, die nur bis 100 Euro möglich sind, haftet die Bank.
Bisher sind nur wenige entsprechende Karten in Umlauf. Der Versuch wird nun ausgeweitet. Die Verbraucherzentrale Hessen wies darauf hin, dass die Teilnahme der Verbraucher an den Tests freiwillig sei. „Wenn man sich beteiligt, muss man sich über die Risiken im Klaren sein und sich informieren“, sagte Sprecherin Ute Bitter.
