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Premium Aerotec Ohne Teamarbeit fliegt kein Flugzeug

Jens Milde

Blexen - „Manchmal kann so ein Flug auch eine ganze Stunde dauern“, sagt Thomas Brambosch. „Das hängt von der Thermik ab.“ An diesem Donnerstag ist die Thermik nicht optimal. Wenn die Auszubildenden von Premium Aerotec abheben, drehen sie eine kleine Runde über Blexen. So wie Dominic Schmitt. Mit seinem Fluglehrer Volker Pietschmann und seinen Kollegen aus dem ersten Ausbildungsjahr geht er noch einmal die Checkliste durch. Dann wird das Cockpit geschlossen. Auf geht’s: das Drahtseil ist gespannt, den Flieger am Haken zieht eine Winde mehrere Fußballplatzlängen entfernt. Die beiden Piloten heben ab. Lautlos kreisend schwebt der Flieger über den Stadtnorden. Fünf Minuten später: die sanfte Landung im Gras. Dominic Schmitt und Volker Pietschmann haben wieder Boden unter den Füßen.

Erstmals Elektroniker

Seit 20 Jahren gehört der Segelfluglehrgang bei Premium Aerotec zum Ausbildungsplan. Immer am Ende des ersten Lehrjahres verlassen die Auszubildenden für zwei Wochen die Werkbänke in der Ausbildungswerkstatt und beziehen Quartier auf dem Flugplatz des Weser-Luftsportvereins. In diesem Jahr sind 30 Auszubildende dabei, darunter auch zwei Lehrlinge von Kronos-Titan, die das erste Lehrjahr im Einswarder Flugzeugwerk verbringen. 12 Fluggerätmechaniker, 14 Verfahrensmechaniker, erstmals 2 Elektroniker und 2 Industriemechaniker machen den Lehrgang mit.

Natürlich kommt der Spaß am Fliegen nicht zu kurz. Aber für den Ausbilder Thomas Brambosch, der die Gruppe zusammen mit seinem Kollegen Robert Gleißberg betreut, steht natürlich der Lerneffekt im Vordergrund. Warum fliegt ein Flugzeug? Gerade die Fluggerätmechaniker sollten das nicht nur in der Theorie wissen, sondern auch praktisch spüren. „Es geht um die Verknüpfung von Theorie und Praxis“, sagt der Ausbilder.

Und es geht noch um viel mehr: Damit ein Flugzeug starten kann, müssen viele Menschen mithelfen, die sich aufeinander verlassen können. „Allein kann man ein solches Flugzeug nicht starten“, sagt Thomas Brambosch. Teamfähigkeit ist beim Fliegen das A und O. Und auch im Beruf spielt sie eine sehr wichtige Rolle. Aus diesem Grund nimmt der zweiwöchige Lehrgang einen festen Platz im Ausbildungsplan bei Premium Aerotec ein.

Für die Ausbildungseinheit bekommt Premium Aerotec alljährlich Unterstützung vom Weser-Luftsportverein und von ehrenamtlichen Fluglehrern, die aus ganz Deutschland anreisen. Im Laufe der zwei Wochen kommen die Auszubildenden auf 14 bis 15 Starts mit dem Segelflugzeug und 2 bis 3 Starts mit dem Motorsegler.


Drei Projekte

Und das ist noch längst nicht alles. Neben dem Segelfliegen mussten sich die Lehrlinge für eines von drei Projekten entscheiden. Eine Gruppe beschäftigt sich mit dem Bau von Modellflugzeugen. Die zweite Gruppe dreht unter der fachkundigen Anleitung von Wolfgang Wortmann und mit professionellem Equipment zwei Videofilme.

Eine dritte Gruppe fand sich zu einem Umweltprojekt in Kooperation mit dem Nationalparkhaus in Fedderwardersiel und dem Landkreis Wesermarsch zusammen. Unter anderem bauten die Teilnehmer Ruhebänke für Erholungssuchende in Butjadingen. Sie brachten eine Hütte am Abbehauserwischweg auf Vordermann, die für die Beobachtung von Vögeln genutzt wird. Darüber hinaus standen Erkundungen in der Natur, unter anderem eine Wattwanderung, auf dem Programm.

An diesem Freitag endet der Lehrgang, von dem viele Auszubildende, die ihn vor vielen Jahren absolviert haben, noch heute schwärmen. Bei der Abschlussfeier bekommen alle die Videofilme zu sehen. Und bei aller Ernsthaftigkeit: Auch dabei wird der Spaß sicherlich nicht zu kurz kommen. 

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