OHRWEGE - Husumer Schweine und Thüringer Ziegen sind die Lieblingstiere von Michaela Bauer aus Lingen. Die Studentin der Landwirtschaft ist so begeistert von den Vierbeinern, dass sie sogar ihre Diplomarbeit über dieses Thema schreibt. „Eigentlich hat meine Liebe zum Leben auf dem Land schon vor über zehn Jahren begonnen“, erzählt die 25-Jährige. Damals habe sie Praktika in landwirtschaftlichen Betrieben absolviert und sich spontan entschlossen: „Das möchte ich später auch einmal machen.“

Diese Einstellung hat sich Bauer bewahrt und bereitet ihre Abschlussarbeit im Studiengang Landwirtschaft vor. „Es ist wirklich toll, dass ich den Nutztierpark hier in Ohrwege besichtigen und auch einen Blick hinter die Kulissen werfen darf“. Dabei „freundete“ sie nicht nur mit den Husumer Ferkeln an, sie lernte vor allem, wie schwierig es sei, einen Tierpark dieser Art zu betreiben. „Man glaubt gar nicht, wie viele Genehmigungen, Gutachten und Auflagen einzuhalten sind“, staunt die Studentin. Und auch die Haltung der Tiere, angefangen von der Zucht bis hin zur medizinischen Versorgung, sei kein Kinderspiel.

Andrea Sindermann, die den Nutztierhof zusammen mit ihrem Mann Wolfgang betreibt, gibt ihr recht. „So ein Hof macht schon viel Arbeit. Aber er bereitet auch sehr viel Freude.“ Besonders schön seien natürlich Augenblicke wie der, in dem Michaela Bauer anfragte, ob sie den Nutztierhof als Beispiel für ihre Arbeit verwenden dürfe. „Man freut sich und ist dankbar, das noch mehr Menschen unseren Hof kennen lernen.“ Denn es sei dringend notwendig, dass sich die Menschen klar machten, wie viele alte Nutztierrassen vom Aussterben bedroht seien, meint Sindermann. „Nur wenn Menschen sehen, wie wichtig die Tiere sind, werden sie auch etwas unternehmen, um sie zu schützen“, sind sich beide Frauen einig.

Gerade die Nutztiere auf dem Hof der Familie Sindermann zeichneten sich durch besondere Fähigkeiten aus: „Unsere Ziegen zum Beispiel sind extrem robust“. Es sei für sie kein Problem, den kompletten Winter auch ohne Schutz im Freien zu verbringen. Und Krankheiten, die häufig entstünden, wenn kein frisches Blut in die Zucht gelange, gebe es auch nicht. „Je gesünder das Tier, desto extensiver und naturnäher kann man es halten“, fasst Michaela Bauer ihre Einsichten aus dem Besuch in Ohrwege zusammen. Für ihre Arbeit habe sie im Nutztierpark ausreichend Material erhalten.