Oldenburg - Notdürftig mit Stahlplatten abgedeckte Fliesen im Bewegungsbecken, Taucher im nächtlichen Einsatz, um abgeplatzte Kacheln im Schwimmerbecken wieder festzukleben, eine störanfällige Technik: Sieben Jahre nach seiner Eröffnung ist das Olantis-Huntebad ein Sanierungsfall.

Fachleute sprechen von einem normalen Prozess, der sich in den vergangenen Jahren schleichend vollzogen hat. In den zurückliegenden Monaten haben Mitarbeiter der Firma „Dithoma“ in nächtlichen Taucheinsätzen und von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt lockere Fliesen am Beckenboden neu verklebt.

Während andernorts die Bäder mindestens im Abstand von zwei Jahren kurze Zeit für notwendige Reparaturen geschlossen werden, ist das im Olantis unterblieben – es hatte durchgehend geöffnet. Warum das so ist, mag wenige Wochen nach dem Weggang des ehemaligen Geschäftsführers Carl-Stephan Matti niemand so recht sagen. Fest steht, dass im Haushalt der Stadt für das kommende Jahr zusätzlich zum üblichen Zuschuss in Höhe von 1,8 Millionen Euro (für alle städtischen Bäder) weitere 1,1 Millionen Euro eingeplant worden sind, um die Schäden zu beheben, bestätigte Stadtsprecher Andreas van Hooven auf Anfrage der NWZ .

„2013 steht die erste große Revision des Olantis seit seiner Eröffnung an“, schreibt der Stadtsprecher in seiner Antwort weiter. Die Olantis-Erlebniswelt werde im nächsten Jahr für drei Monate gesperrt. „Um Einnahmeausfälle möglichst gering zu halten, ist die Revision für die Zeit bis zum Ende der Sommerferien angesetzt, da dann die höchste Wahrscheinlichkeit für gutes Wetter besteht und die Außenbecken stärker frequentiert sein werden“, verspricht der Stadtsprecher eine möglichst geringe Behinderung des Badebetriebs. Zudem erwäge die Bäderbetriebsgesellschaft (ebenfalls gutes Wetter vorausgesetzt), die Freibadsaison früher als üblich zu eröffnen.

Der genaue Starttermin für die Revision stehe noch nicht fest. 2014 soll der Zuschuss dann in etwa auf das Niveau der Vorjahre (1,8 Millionen Euro) zurückgefahren werden.


Fachleute konnten auf Nachfrage der NWZ  im Übrigen nicht voraussagen was passiert, wenn das Wasser komplett aus den Becken abgelassen wird und auf dem Boden plötzlich kein Druck mehr lastet . . .

Der auch im Sommer stark frequentierte Wellness- und Saunabereich bleibt während der Sanierungsarbeiten im Hallenbad nach Mitteilung des Stadtsprechers übrigens geöffnet.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg