Oldenburg - Die Oldenburgische Landesbank AG (OLB) sieht sich im täglichen Kundengeschäft auf gutem Weg. Auch 2013 sei man „erfolgreich“ gewesen, das operative Ergebnis der Regionalbank sei deutlich gesteigert worden, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Achim Kassow am Mittwoch bei der Bilanzvorlage.
Allerdings wurden diese Erfolge bilanziell von einer drastisch erhöhten Risikovorsorge für Schiffsfinanzierungen aus früheren Jahren geschmälert. Diese wurde angesichts der schwachen Branchenverfassung auf 81,5 (42,6) Millionen Euro aufgestockt, wovon rund 50 Millionen auf Schiffe entfallen. Damit habe man die Bilanz gestärkt und die Bank „wetterfest“ gemacht.
Unterm Strich schrumpfte so der Gewinn der OLB-Gruppe auf 8,7 Millionen Euro – nach 38,9 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Aktionäre sollen nach der Hauptversammlung (28. Mai) nur eine Dividende von 10 (Vorjahr: 25) Cent je Aktie bekommen.
Die Regionalbank OLB steigerte das Geschäftsvolumen – Kredite, Einlagen, Depotvolumen – im Jahr der Schließung der Sparte „Allianz Bank“ – um fünf Prozent auf 20,1 Milliarden Euro, wie Kassow erläuterte. Das Kreditvolumen stieg leicht um 0,2 Prozent auf 10,06 Milliarden Euro. Zugleich schnellten die Kundeneinlagen auf 6,9 (Vorjahr: 5,8) Milliarden Euro in die Höhe. Kassow: „Die Sparfreude in Weser-Ems dauert an.“ Viele Kunden disponierten zurückhaltend. Sie suchten Sicherheit, sagte Vorstandsmitglied Karin Katerbau. Es zeige sich „großes Vertrauen“ zur Bank.
Gleichwohl seien die Trends bei Wertpapiergeschäft und Vermögensverwaltung „positiv“, hieß es. „Auf hohem Niveau“ liege das Geschäft mit Baufinanzierungen, Bausparen, Immobilien.
Diese Faktoren trugen dazu bei, dass die Regionalbank den Zinsüberschuss – die wichtigste Ertragssäule – auf 226,3 (221,3) Millionen Euro ausbauen konnte. Viele andere Institute stehen hier unter Druck. Der Provisionsüberschuss blieb mit 69,5 (69,7) Millionen Euro stabil. Insgesamt konnten die laufenden Erträge der Regionalbank um 10,3 Millionen auf 299,6 Mio. Euro gesteigert werden.
Angesichts von Aufwendungen für Personal, Investitionen und regulatorische Auflagen von 217,7 Millionen Euro (plus 2,5 Mio) stieg das operative Ergebnis vor Risikovorsorge auf 81,9 (74,1) Millionen Euro. „In einem anspruchsvollen Marktumfeld haben wir unsere Ertragskraft ausgebaut“, sagte Kassow.
Er sieht zugleich die Kapitalbasis der OLB gestärkt. Die so genannte Kernkapitalquote sei auf 9,5 (8,2) Prozent gestiegen. Dies ermögliche es der Bank (Bilanzsumme 14,2 Milliarden Euro), das Wachstum der Kunden auch künftig mit Krediten zu begleiten.
Für 2014 zeigte sicht der Vorstand zuversichtlich. Die konjunkturelle Lage im Nordwesten biete „gute Voraussetzungen“. Nach der „Bewertungsanpassung“ wird nun mit sinkender Risikovorsorge gerechnet. Vor diesem Hintergrund werde eine „Ergebnissverbesserung“ erwartet.
Die Schifffahrtskrise halte bereits „fünf schwache Jahre“ an, erläuterte Vorstandsmitglied Dr. Thomas Bretzger. Sie dauere länger als zuvor erwartet an. Den Gesamtwert des Schiffsportfolios bezifferte er mit rund 500 Millionen Euro.
