Oldenburg - Die Oldenburgische Landesbank AG (OLB) erwartet aus ihrem Regionalbankgeschäft im Nordwesten 2014 „eine deutliche Erhöhung des Ergebnisses“. Vorstandsvorsitzender Dr. Achim Kassow begründete dies am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Oldenburg vor rund 1000 Aktionären und Gästen mit einer „Risikovorsorge auf normalerem Niveau“ und einer stabilen Entwicklung der Erträge und Aufwendungen. Und an den Finanzmärkten und in der Schifffahrtsbranche zeichneten sich „keine weiteren Zuspitzungen ab“, hieß es. In Teilen des Schiffsmarktes, in denen die OLB tätig sei, gebe es Besserungszeichen.
Aus dem Bilanzgewinn für 2013 von 4,72 (Vorjahr: 43,06) Millionen Euro wird eine Dividende von 0,10 (0,25) Euro je Aktie an die Aktionäre – die Allianz (gut 90 Prozent) und Kleinaktionäre – gezahlt. Mit den restlichen 2,4 Millionen Euro wird die Kapitalbasis gestärkt.
Die Ausschüttungsquote von rund 50 Prozent soll bei steigendem Gewinn aber wohl nicht beibehalten werden, deutete Kassow an. Mehrere Vorstandsmitglieder betonten, die Eigenkapitalstärkung habe für Stabilität und Wachstumspotenzial Vorrang.
Die Bank habe Hausaufgaben gemacht und „bei der Substanz deutlich zugelegt, so dass es wieder aufwärts gehen“ könne, sagte Kassow. Das Kundengeschäft sei 2013 erneut „gut“ gewesen. Die Bank wachse, „und das sieht man auch beim Ertrag.“
2013 war die Gesamtbilanz der OLB durch erhöhte Risikovorsorge von 81,5 (Vorjahr: 42,6) Millionen Euro vor allem für das Schiffs-Portfolio geschmälert worden. Dank der Ertragskraft habe man dies aber „verkraftet“, betonte Kassow. Er erwarte 2014 weniger Risikovorsorge. Laut Vorstandsmitglied Dr. Thomas Bretzger befinden sich 181 Schiffe im Portfolio – von Yachten bis zum Containerschiff. Gut eine halbe Milliarde Euro (etwa fünf Prozent der OLB-Kredite) seien in betroffenen Bereichen gebunden.
Mehrere Aktionäre kritisierten den Kursverlauf der OLB-Aktie und die Dividende. Es gebe Hoffnung auf bessere Ergebnisse, und davon müssten auch die Aktionäre profitieren, mahnte Peer Koch von der Vereinigung DSW. Markus Neumann von der Schutzgemeinschaft SDK meinte, die OLB habe es „operativ richtig gemacht“, aber das „kommt nicht bei den Aktionären an“. Deren Ergebnis aus Kurs und Dividende sei „signifikant negativ“. 10 Cent Dividende seien „symbolisch“, nörgelte Aktionär Lutz Pfeifer. Dr. Hans-Günter Appel kritisierte mit Verweis auf die Lage eine Anhebung der Bezüge in einigen OLB-Gremien. Aktionär Adolf Fugger zeigte sich „entsetzt“ über den Wertverlust von 60 Prozent bei seinen Aktien. Er sehe zurzeit nicht, dass die Führung „das Ruder umwerfen“ könne. Aufsichtsratschef Andree Moschner betonte, auch Großaktionär Allianz habe „hohes Interesse“ am Aktienkurs. Es gelte aber „Stabilität vor Rendite“.
Im Saal waren wie üblich auch Schüler aus der Region sowie die besten OLB-Azubis. Besonders würdigte Kassow Ausbildungsleiterin Judith Diekmann. Sie hatte einen renommierten Preis gewonnen.
Zum Abschluss der Hauptversammlung gab es das übliche Spargelessen. 12 500 Stangen Spargel und 200 Kilo Erdbeeren wurden zubereitet.
