OLDEBNBURG - Protest in Nadorst: Aus Angst um ihre Arbeitsplätze haben sehr viele Mitarbeiter der Saia Burgess Mikrotechnik GmbH unmittelbar nach Feierabend und vor dem Werkstor gegen die beabsichtigte Schließung des Betriebs demonstriert.

Wie berichtet, will der Auto-Schalterhersteller SBE Mikrotechnik, der zur Schweizer Saia Burgess KG (Tochter des chinesischen Konzerns Johnson Electric) gehört, die Produktion nach Ungarn verlegen. Grund seien die geringeren Lohnkosten, hatten die Geschäftsführer Heinrich Sperling und Adrian Carl schon vorher erklärt. Außerdem seien wegen der Krise der Autobranche Aufträge in großem Ausmaß storniert worden.

71 Beschäftigte (90 Prozent davon Frauen) im Werk an der Straße Am Kreyenhof sind von der Arbeitslosigkeit bedroht. Nach Angaben der IG Metall sollen 60 Prozent der Belegschaft schon Ende März ihren Job verlieren, der Rest bis Ende 2009.

Die Aktion der Mitarbeiter bezog sich in erster Linie auf die Verhandlungen um die Zukunft der Beschäftigten. „Die Kluft über die Vorstellungen der Arbeitnehmerforderungen zum Arbeitsplatzerhalt, zu Entlassungsentschädigungen und zu einer Qualifizierungsgesellschaft gehen immer weiter auseinander“, meinte Gewerkschaftssekretär Peter Anders. „Wir wollen zum Beispiel Qualifizierungsmaßnahmen für die Mitarbeiterinnen, damit sie Chancen haben auf dem Arbeitsmarkt“, betonte Betriebsratsvorsitzende Marion Dechert.

Zwei der betroffenen Beschäftigten sind Raissa Miller und Thinhai Nguyen. „Ich weiß nicht, wie es weitergeht“, klagt Nguyen, die ihre ganze Familie ernährt. „Ich sehe keine Zukunft“, sagt Miller.


Während die Gewerkschaft weitere Aktionen plant, will die SPD-Fraktion am Montag, 24. November, im Rat eine Resolution verabschieden lassen, die das Unternehmen auffordert, „möglichst viele Arbeitsplätze am Standort Oldenburg zu erhalten sowie ausreichende Mittel u.a. für Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen“.