OLDENBURG - Peinliche Datenschutzpanne beim Finanzamt: Eine Mitarbeiterin der Behörde hat persönliche Belege eines selbstständigen Unternehmers an dessen Kunden verschickt. Die Unterlagen hatte der betroffene Mathias Porsch zuvor zusammen mit seiner Einkommensteuererklärung beim Finanzamt an der 91er Straße abgegeben.

„Ich sehe grundsätzlich einen unverzeihlichen Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen und gegen die Sorgfaltspflicht beim Bearbeiten meiner Erklärung“, ärgert sich Mathias Porsch über das Vorgehen der Behörde. Der Kunde, der die brisanten Belege geschickt bekommen hatte, habe einen umfangreichen Einblick in sensible Geschäftsangelegenheiten erhalten. Regelungen zur Gewährung von Rabatten, Liefer- und Zahlungsbedingungen seien so leicht nachvollziehbar gewesen.

Der 26-jährige Mathias Porsch arbeitet seit 2007 als selbstständiger Eventmanager. Er organisiert Veranstaltungen (z.B. Kohlfahrten und Geburtstagsfeiern).

Für das Geschäftsjahr 2008 reichte der Oldenburger im November seine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt ein. „Abgegeben hatte ich alle Rechnungen, die ich an Kunden geschickt und von Lieferanten erhalten habe; außerdem meinen Jahresabschluss inklusive der Nachweise über Abschreibungen und sonstige Kosten“, berichtet der 26-Jährige.

Vergangene Woche erhielt Porsch Besuch von einem seiner Kunden. Dieser überreichte einen großen Briefumschlag vom Finanzamt. „Der Blick in den Umschlag machte mich sprachlos. Meine sämtlichen Belege waren an die Adresse meines Kunden geschickt worden“, berichtet der Unternehmer.


Dem Sprecher des Finanzamtes, Christian Kläne, ist die Angelegenheit äußerst unangenehm: „So etwas darf nicht passieren. Offenbar hat die Kollegin eine falsche Adresse von den Belegen abgeschrieben“, sagt er. Für die Panne wolle er sich im Namen des Finanzamts bei Mathias Porsch entschuldigen.

Die hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeiter will Kläne nicht als Ausrede für den Fehler gelten lassen. Ein Sachbearbeiter habe allerdings täglich mit 20 bis 30 Belegrücksendungen zu tun. Am Tag verschicke das Finanzamt mehr als 1000 Briefe. Und einen solchen Fall wie jetzt habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben.

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