OLDENBURG - Es stinkt in der Mottenstraße. Und das nicht zu knapp. Ein Ginkgo-Baum wirft dort seine Früchte ab. Werden diese zertreten, stinken sie widerlich. Darunter leiden die Gastronomen, die draußen ihre Tische und Stühle aufgebaut haben.

„Es ist ein schöner Baum. Aber die Früchte stinken einfach zu stark“, sagte Medi Badrian vom Restaurant Artischocke. Er verliere Kunden, weil sie bei ihm nicht draußen sitzen könnten. Der weibliche Ginkgo – die drei männlichen Bäume tragen keine Früchte – steht vor der Filiale der Krankenkasse BKK. „Wir fegen morgens und versuchen, die ganzen Früchte aufzulesen“, sagen Thorsten Evers und Jens Vahlenkamp von der BKK.

Doch die Geruchsbelästigung ist nicht das einzige Problem. Denn der Fruchtmatsch auf der Straße ist glatt. „Ich habe schon gesehen, dass eine Frau darauf ausgerutscht ist“, sagt Bernd Mansholt, der an der Mottenstraße seine Goldschmiede betreibt.

Der Baum wurde 1986 von der Stadt gepflanzt. Damals konnte man beim Pflanzen weibliche und männliche Bäume nicht unterscheiden. Der Ginkgo-Baum trägt erst nach etwa 20 Jahren. Daher wird das Problem jetzt akut.

Die Anwohner der Mottenstraße sind sich einig: Es muss schnell etwas passieren. Denn es hängen noch viele Früchte an den Zweigen. „Der Baum soll aber nicht abgesägt werden“, sagt Mesut Karadag vom Lokal Madison. „Die Stadt sollte mit einem Hubsteiger kommen und die Früchte einfach abpflücken.“


Die Verwaltung sieht das anderes: „Das ist eine normale Naturerscheinung für einige Wochen im Spätherbst und das nicht in jedem Jahr“, sagt Stadtsprecherin Swantje Engel. Dann müsste man auch Kastanien von den Bäumen holen, über die gebe es auch Beschwerden. Mehr als tägliches Fegen sei nicht machbar. Das wird den Anwohnern stinken.