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Ärger In Oldenburg Eine Odyssee von Arzt zu Arzt zu Arzt zu...

Oldenburg - Geschwächt und kraftlos – so beschreibt Maryam A. ihren Zustand. Die 42-Jährige leidet seit Tagen an ungewöhnlichen Blutungen im Unterleib. Ihre Periode sei das nicht, ist sie sich sicher. Maryam A. bekommt es mit der Angst zu tun. Um abzuklären, ob mit ihr alles in Ordnung ist, will sie ihren Frauenarzt aufsuchen. Doch der ist im Urlaub.

Die Oldenburgerin versucht, telefonisch Kontakt zu der Vertretung ihres Arztes aufzunehmen. Doch auch dieser befindet sich im Urlaub. „Ich bin hingefahren. Aber ich fand nur einen Zettel an der Tür mit den Vertretern dieses Arztes“, sagt Maryam A. Nun ruft sie einen Vertreter des Vertreters an. Doch auch bei diesem dritten Arzt erhält sie nur die Bandansage.

Ab in die Notaufnahme?

„Da kann doch etwas nicht stimmen, wenn Vertretungen so schlecht abgestimmt sind“, sagt Maryam A. Sie telefoniert sich durch eine Liste von mehreren Frauenärzten in Oldenburg, Delmenhorst und Bad Zwischenahn – alle im Urlaub.

Schließlich ruft sie ihren früheren Frauenarzt an, der inzwischen in Rente ist. Er empfiehlt ihr den Weg ins Krankenhaus zur Notaufnahme.

Die Überweisung fehlt ...

Ins Krankenhaus führt auch der Weg von Andreas S. Der 57-Jährige erlebte eine ähnliche Odyssee. Seit Jahren leidet er an einer chronischen Hauterkrankung, für die er auf regelmäßige Behandlungen bei Dermatologen angewiesen ist. Auch sein Hautarzt ist im Urlaub. Andreas S. muss auf die Vertretung ausweichen. Diese Praxis ist immerhin geöffnet.


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Doch dort angekommen, sei das Wartezimmer hoffnungslos überfüllt gewesen. Bis zu drei Stunden Wartezeit, erzählt der 57-Jährige. Weil ihm das zu lange dauert, entschließt er sich dazu, ins Klinikum zu fahren. „Dort konnte ich allerdings auch nicht behandelt werden“, sagt Andreas S. Grund: Ihm fehlte der notwendige Überweisungsschein vom Arzt und ein echter Notfall war er dann ja auch nicht. S. versucht es bei anderen Dermatologen, fährt sieben Praxen ab. „Doch alle waren wegen Urlaub zu.“

So sollte es nicht sein!

Dass es so nicht laufen soll, räumt auch Oliver Lindner, Geschäftsbereichsleiter der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), auf Nachfrage der NWZ ein. „Der Normalfall ist, dass sich die einzelnen Fachgruppen intern absprechen, wer für wen wann die Vertretung übernimmt“, sagt Lindner.

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Befänden sich Ärzte länger als eine Woche im Urlaub, müssten sie dies der KV mitteilen. „Wir organisieren zwar nicht die Urlaubsvertretungen der Fachärzte, aber wir können bei Fragen weiterhelfen. Wenn Patienten nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen, sind unbedingt wir der richtige Ansprechpartner“, sagt Lindner.

Hier gibt es Hilfe bei Problemen

Eine maximale Zahl, wie viele Praxen gleichzeitig von einem Arzt vertreten werden dürfen, gebe es nicht. Dennoch greift die KV laut Oliver Lindner ein, wenn sie merken, dass eine Praxis mit der Versorgung zu vieler Patienten überlastet ist. Gerade für chronisch Erkrankte, die häufiger zu bestimmten Ärzten müssen, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor der Ferienzeit das Thema Urlaub in der Praxis anzusprechen.

Das kann eventuell auch den Gang zur unbekannten Vertretung ersparen. Sowohl Maryam A. als auch Andreas S. bekamen dann schließlich doch noch – mit einiger Wartezeit – Termine bei Fachärzten.   Wer Fragen oder Probleme mit Vertretungen hat, kann sich an die Beschwerdehotline der KV wenden unter t 0511 380 44 12  oder per Email unter kvn.oldenburg@kvn.de . Am einfachsten ist aber der Weg über das Beschwerdeformular, das im Internet unter www.kvn.de zu finden ist.

Svenja Gabriel-Jürgens
Svenja Gabriel-Jürgens Redaktion Jever, Redaktion Varel
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