OLDENBURG - Die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Kräfte aus diversen osteuropäischen Staaten seit 1. Mai wird vom Arbeitgeberverband Oldenburg (AGV) begrüßt. Diese Entwicklung sei „gut“, meinte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Oldenburg, Jörg Waskönig, bei der Mitgliederversammlung des Verbandes. Im momentanen wirtschaftlichen Umfeld werde die Öffnung derart gut verkraftet werden, dass darüber in einigen Monaten niemand mehr sprechen werde.

Zugleich plädierte Jörg Waskönig (Waskönig + Walter Kabel-Werk in Ramsloh) für eine größere Mobilität auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Mit einer Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 25 Prozent wäre dieses für Länder wie zum Beispiel Griechenland und Spanien nur zu wünschen.

Sorge bereitet der AGV-Spitze die deutsche Energiepolitik. „Die Bundesregierung muss schleunigst nach einem tragfähigen Energiekonsens suchen“, so Waskönig. Deutschland sei das einzige Industrieland, das alle seine Atomkraftwerke schnellstmöglich abschalten will. Ein schnelles „Aus“ der Atomenergie verlange, sich gewissen Realitäten zu stellen. „Eins ist klar: Mit den Atomkraftwerken wird auch das ökologische Wunschkonzert abgeschaltet, von dem man sich dank billigen Atomstroms einlullen ließ“, meinte Waskönig.

Der Ausstieg sei nur verantwortbar, wenn es neue, effiziente Gas- und Kohlekraftwerke gebe. Für die zusätzlichen CO-Emissionen müssten Zertifikate eingekauft werden. Das treibe den Strompreis nach oben. Sicher sei wohl auch, dass Unternehmen sich auf eine steigende EEG-Umlage einstellen müssten.

„Daher muss die Forderung der Industrie – auch und gerade im Licht von Fukushima – sein: ein neuer Energiemix: Ja! Aber: Zu Stromkosten, die die deutsche Industrie nicht außer Landes treibt“, so der AGV-Vorsitzende bei der Versammlung.