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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Am Arbeitsplatz ständig hinzulernen

24.08.2017

Oldenburg Die Prozesse der Digitalisierung verändern die Arbeitswelt. Sie haben aber auch große Auswirkungen auf die Berufsausbildung. Das bedeute Herausforderungen nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für Ausbildungsinhalte, Schulen, Lehrer und Institutionen, die die Rahmenbedingungen gestalten. Das betonte Jürgen Lehmann, Hauptgeschäftsführer des Arbeitsgeberverbandes Oldenburg (AGV), am Dienstagabend beim Symposium „Ausbildung 4.0“ in Oldenburg.

Allerdings brächten die Veränderungen auch die Chance mit sich, „alte Zöpfe“ im System abzuschneiden, sagte Lehmann vor Hunderten Unternehmern, Personalchefs und Ausbildern in der Weser-Ems-Halle.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW/Hannover)) veranstaltet. BNW-Bildungswerk-Geschäftsführer Tobias Lohmann konstatierte, dass es „keine Musterlösung“ für Ausbildung in Zeiten von „4.0“ gebe.

Der Wirtschaftsforscher Dr. Michael Zibrowius (IW/Köln) ordnete die Digitalisierung als weiteren großen Trend ein, der aktuell Unternehmen präge – neben Globalisierung, Tertiarisierung (mehr Dienstleistungen) und Wissensintensivierung. Die Digitalisierung werde zu Veränderungen führen, wie wir sie uns „noch gar nicht vorstellen können“. Es müssten Antworten gefunden werden. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie die Ausbildung aussehen soll“, sagte Zibrowius, der Chancen sieht, dass mehr Fachkräfte als bisher gebraucht werden und Roboter die Mitarbeiter quasi nur unterstützen statt sie zu ersetzen. Vielleicht würden nicht ganze Berufe verschwinden, sondern nur einige Tätigkeiten innerhalb der jeweiligen Berufe.

Die Bedeutung der Weiterbildung steige. „Neue Fachkräfte müssen wir dann aber auch gleich adäquat ausbilden“, mahnte der Wirtschaftsforscher. Zum veränderten Anforderungsprofil könnten generell mehr vernetztes Denken sowie Kenntnisse in Informationstechnik gehören. Ohne lebenslanges Lernen, auch mit einer neuen Art des Lernens, werde es nicht mehr gehen. Zibrowius riet zu altersgemischten Teams.

Die anwesenden Firmenchefs und Personaler vertraten in einer Befragung mehrheitlich (je 69,4 Prozent) die Meinung, dass es bei den Arbeitnehmern im Zeitalter von „Industrie 4.0“ und „Neue Arbeit“ zu „mehr Eigenverantwortung im Lernprozess“ kommen müsse. Die Bedeutung des „informellen Lernens am Arbeitsplatz“ werde zunehmen.

Das Thema Ausbildung der Zukunft habe hohe Priorität, sagte Cornelia Hartwig, Abteilungsleiterin für Berufliche Bildung im Kultusministeriumin Hannover. Die Entwicklung sei rasant, schon neue Rahmenpläne würden quasi überholt. Hartwig plädierte dafür, die Beteiligten, u.a. Schulen, in den Prozessen zu unterstützen, aber nicht alle Inhalte vorzugeben.

Die Berufsschulen blieben ein „attraktiver Lernort“, zeigte sich Heinz Ameskamp, Leiter der BBS Technik aus Cloppenburg, überzeugt. Alle Berufe seien von der Digitalisierung betroffen, aber in unterschiedlichem Umfang. Ameskamp rief dazu auf, „Lehrpläne zu entrümpeln sowie die Lehreraus- und -fortbildung in großem Stil anzupacken“. Dazu sei Unterstützung durch Infrastruktur, ausreichend Personal sowie IT-Ausstattung nötig. Ameskamp: „Wir haben eine große Aufgabe vor uns.“ Er verwies auf den engen Kontakt der Berufsschulen zu den Betrieben.

Die Personalleiterin von Cewe aus Oldenburg, Marion Gerdes, riet dazu, auch die Ausbilder in den Betrieben in die Überlegungen zur Ausbildung 4.0 mit einzubeziehen und sie für die Herausforderungen zu qualifizieren. Neben lebenslangem Lernen und Medienkompetenz betonte sie auch die Bedeutung psychischer Widerstandskraft (Resilienz) für Lernende und Lernvermittler in den vielen Veränderungen.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040
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