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Anbau Viele Pflanzen wachsen – aber Schädlinge auch

Elmar Stephan

Oldenburg - Das milde Wetter der vergangenen Wochen sorgt zwar für gutes Pflanzenwachstum, dürfte aus Sicht der Landwirtschaftskammer Oldenburg aber auch das Auftreten von Schädlingen auf den Feldern begünstigen. „Solange es nicht so warm ist, dass der Kältereiz komplett fehlt und das Wachstum der Pflanzen nicht beeinträchtigt ist, kann man mit dem milden Wetter zurechtkommen“, sagte der Sprecher der Landwirtschaftskammer in Oldenburg, Wolfgang Ehrecke. Pflanzen brauchen zum Anregen des Wachstums auch eine Kälteperiode. Es habe aber über einen ausreichend langen Zeitraum auch recht niedrige Temperaturen gegeben, sagte Ehrecke.

Der Winterraps zeige wegen der anhaltend milden Temperaturen bereits ein deutliches Wachstum. Dabei rechnen die Landwirte bereits mit dem Auftreten von Schädlingen.

Das Wintergetreide, das bis Ende Oktober bestellt wurde, habe sich meist gut entwickelt. Zurückgeblieben sei allerdings spät bestellter Winterweizen.

Pilze

Der Pflanzenbau-Experte der Kammer, Ulrich Lehrke, rechnet wegen des milden Winters mit einem stärkeren Pilzbefall im Frühjahr. Grund: Ein stärkerer Frost lässt die im Herbst befallenen Blätter absterben. Diese Bereinigung fehle. Außerdem könnten sich Krankheiten wie Mehltau, Rostkrankheiten im Getreide oder Fäulniserkrankungen beim Raps über einen sehr langen Zeitraum weiter ausbreiten. Ideale Wachstumsbedingungen haben ihm zufolge auch Schädlinge wie Blattläuse, die sehr früh Viruserkrankungen übertragen können.

Rinder

Vor- und Nachteile sehen auch die Halter von Rindern. Wegen des milden Winters ist zum Beispiel der Energieverbrauch für Tiere in Freilandhaltung geringer. Die Tiere brauchen weniger Energie, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, womit das Futter effizienter verwendet wird. Auch wächst viel Futter auf den Feldern heran. Andererseits können Futterpflanzen durch Spätfröste vernichtet oder in der Qualität beeinträchtigt werden, sagt der Rinderexperte der Kammer, Dirk Albers.


Insekten und Ratten

Und auch die Tierhalter sehen mit Sorge, dass sich die Population von Feldmäusen oder Ratten nicht verringert. Diese können Futterpflanzen und Futterreserven schädigen, sogar vernichten. Auch die Zahl der Insekten wie Fliegen oder Mücken geht im Winter nicht zurück. Sie können Krankheiten übertragen. Den Schafen machen die milden Temperaturen nichts aus.

Gut ist aus Sicht der Landwirte der zuletzt wieder stärker gewordene Regen, weil er das Wasserdefizit in den Böden aus den beiden trockenen Sommern 2018 und 2019 wieder ein bisschen ausgleicht. „So wichtig die Niederschläge auch sind, sie haben auch Nachteile“, sagt Kammersprecher Ehrecke. Denn sie behindern auch Arbeiten wie die Aussaat des Sommergetreides oder das Düngen der Felder.

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