OLDENBURG - Gerangel um Ikea: Auch das Umland lockt den Möbelriesen. Kritik kommt nur von Oldenburgs Grünen.
von Jasper Rittner
OLDENBURG - „Entdecke die Möglichkeiten“, so wirbt Ikea für Billy-Regale und Lessebro-Sofas. Die Möglichkeiten, die so ein Möbelriese für Kommunen bietet, hat nun auch das Ammerland entdeckt. Gestern schrieb Kreisrat Heiko Meyer an den Ikea-Deutschland-Chef.Bereits nach dem NWZ -Bericht von Sonnabend meldete Rastedes Bürgermeister Dieter Decker Ansprüche an.
Und wo will nun Ikea bauen? „Wir haben verschiedene Standorte in der Region im Auge“, sagt Pressesprecherin Sabine Nold. Dort solle ein Ikea-Haus mit 17 000 bis 20 000 Quadratmetern entstehen. Einschließlich Lager und Parkflächen benötigen die Schweden rund 60 000 bis 80 000 Quadratmeter Fläche mit Autobahnanbindung.
Favorit ist derzeit der Oldeweg in Tweelbäke. Dort hat die Stadt nach NWZ -Informationen den Billy-Bauern ein ideales Grundstück angeboten. Gegenüber wird das ostfriesische Unternehmen Möbel-Buss einen Markt bauen. Und der wäre keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung.
Oberbürgermeister Dietmar Schütz hat aber noch einen weiteren Trumpf in der Hinterhand: Den Raumordnungserlass des Landes Niedersachsen. Darin wird geregelt, wo großflächiger Einzelhandel entstehen kann. Oberzentren wie Oldenburg haben hierbei klar Vorrang vor kleinen Gemeinden.
Anders als beim ECE-Center scheint auch in der Oldenburger Kaufmannschaft das Klima für Ikea positiv. Schließlich würden die Schweden einen zweistelligen Millionenbetrag investieren und vor allem Kunden aus der Region Ostfriesland anlocken.
Die Grünen im Rat hingegen sehen Ikea eher kritisch. „Es darf nicht verkannt werden, dass etwa 50 Prozent der Präsentationsfläche mit so genannten Randsortimenten wie Lampen, Stoffe, Kerzen oder Porzellan gefüllt sind“, so Ratsherr Andreas Siek. Dies könne zu Lasten der Innenstadt gehen. Weshalb die Grünen nun zunächst Beratungen mit den Betroffenen Einzelhändlern fordern.
OB Schütz sieht nun Ikea am Ball. „Wir haben mehrere Optionsgrundstücke angeboten. Sobald sich Ikea entschieden hat, gehen wir unverzüglich in die Gremien.“ Die Schweden müssen also nur noch Ja sagen.
