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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

„Freiheit ist nicht selbstverständlich“

08.05.2019

Oldenburg „Wir müssen Europa als Chance begreifen“: Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer hat Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer am Montagabend bei einer Vortragsveranstaltung des Arbeitgeberverbands (AGV) Oldenburg in der Weser-Ems-Halle für den europäischen Integrationsprozess geworben und zur Teilnahme an den bevorstehenden Europawahlen aufgerufen.

Der „waschechte Norddeutsche“, wie der Oldenburger AGV-Vorstandsvorsitzende Jörg Waskönig den Unternehmer aus Bremerhaven ankündigte, warnte davor, dass nationalistische und populistische Kräfte Schritt für Schritt versuchen würden, den gemeinsamen Binnenmarkt zu „zerstören“. Dabei sei Deutschland auf den Handel mit den europäischen Nachbarn so stark angewiesen wie nie zuvor. 60 Prozent aller deutschen Exporte würden nach Europa gehen. Die EU sei „der größte Wirtschaftsraum der Welt versehen mit den weltweit besten Sozialstandards“, so Kramer.

„Nur die EU kann mit den USA und China auf Augenhöhe verhandeln“, sagte der seit 2013 amtierende Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Die EU stehe für „Frieden, wirtschaftliche Stärke und ein hohes Maß an politischer Stabilität“, meinte er.

In seinem mit „Aktuelle Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft“ überschriebenen Vortrag mahnte Kramer auch immer wieder, aus der Vergangenheit die richtigen Schlüsse für die Zukunft herauszulesen. Der Vorläufer des AGV Oldenburg wurde vor 100 Jahren, im Jahr 1919, gegründet. Die im gleichen Jahr entstandene demokratische Weimarer Republik habe gerade einmal 14 Jahre Bestand gehabt. „Das zeigt: Freiheit und der faire Ausgleich von Interessen sind überhaupt nicht selbstverständlich – und das gilt bis heute“, sagte Kramer.

Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen sagte der Arbeitgeberpräsident: „Wir sind zu bürokratisch. Wir sind zu staatsgläubig. Wir sind zu ängstlich“ (was neue Technologien angehe). „Wir sind zu langsam“ (was Infrastrukturentscheidungen angehe). „Wir sind zu engstirnig“ (mit Blick auf potenzielle Arbeitnehmer aus anderen Ländern). „Wir sind zu egoistisch“ (mit Blick auf die Lasten, die die Generation der heute 50- bis 70-Jährigen ihren Kindern und Enkelkindern aufbürden würden). „Wir sind zu verschwenderisch“ (was den Ressourcenverbrauch und den Klimawandel angehe). „Und wir sind zu nationalistisch“, sagte Kramer. Aber die gute Nachricht sei, mit „genügend Mut“ ließe sich das alles meistern, zeigte er sich überzeugt.

Auch der Oldenburger AGV-Vorstandsvorsitzende Jörg Waskönig warb für Europa und die Teilnahme an der Europawahl. „Unser Wohlstand und unsere Arbeitsplätze hängen von einem handlungsfähigen Europa ab“, betonte er. Zugleich beklagte er das Fehlen einer prosperierenden Gründerstruktur in Deutschland und international einen Trend zum Protektionismus. „Protektionismus lähmt Wirtschaft und Wachstum“, sagte Waskönig.

Dem AGV Oldenburg selbst bescheinigte er, im Jubiläumsjahr auf einem „guten Kurs“ zu sein. Die Zahl der Mitglieder sei erneut gestiegen – auf 560. Bei Ersatzwahlen während der AGV-Mitgliederversammlung wurden mit Axel Bartsch (OLB), Dr. Christian Friege (Cewe) und Marion Rövekamp (EWE) auch drei Vorstände neu gewählt.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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