OLDENBURG - OLDENBURG - Aus Protest gegen längere Arbeitszeit haben gestern in Oldenburg mehrere hundert Beschäftigte der Stadt und ihrer Betriebe ganztägig gestreikt. Die Müllabfuhr fiel aus, ein Hort blieb geschlossen, der Klinikum-Betrieb lief eingeschränkt. Größere Probleme gab es nicht.

Rund 650 Beschäftigte aus Oldenburg, Delmenhorst und der Wesermarsch hatten sich in der Harmonie versammelt. Die Stimmung war kämpferisch. „Jetzt ist Ende der Fahnenstange“, sagte Ronald Brauer aus der Klinik-Werkstatt, „man hat uns schon so viel weggenommen.“ Verdi-Sekretär Peter Syga blickte zuversichtlich auf die Urabstimmung in der nächsten Woche: „Wir werden die für den Streik erforderlichen 75 Prozent bekommen.“ Für den Fall soll am 13. Februar der eigentliche Arbeitskampf beginnen. Mittags zogen die Streikenden zum Rathausmarkt.

Beim Klinikum hatten laut Syga etwa 250 der 2300 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Dessen Geschäftsführer Rudolf Mintrop nannte keine Zahlen. Er schätzte die „OP-Kapazität auf 40 Prozent“, in anderen Bereichen auf 50/60 Prozent. Die Arbeit habe aber über der an Wochenenden gelegen. Mit Verdi habe man sich auf Notdienste verständigt, keine notwendige Operation sei verschoben worden. Nicht termingebundene Eingriffe – etwa 40 – habe man abgesagt. Diese Patienten müssten sich aber wieder in die Warteschlange einreihen.

Im Bereich der Verwaltung haben laut Gewerkschaft 150, laut Stadt etwa 70 Leute gestreikt. Auswirkungen hatte das bei den Kindertagesstätten. Schramperweg blieb dicht, Dietrichsfeld z.B. hatte nur eine Notgruppe. Leiterin Roswita Hofmann: „Viele Eltern haben ihre Kinder anderweitig untergebracht.“