OLDENBURG - Eigentlich hatte Marco F. Lukaszczyk (28) dem Systemhaus „iits“ nur seine Bewerbung als Personal-Verantwortlicher erläutern wollen. Doch als der vormalige Personal-Recruiter der Offis-Ausgründung „Chipvision“ bei der UniJob-Messe „urmo“ auf iits-Gründer Thomas Gäbelein stieß, erkannte der in dem jungen Mann genau den Richtigen für die Umsetzung seiner eigenen Pläne.

Gäbelein nämlich war von vielen Kunden gefragt worden, ob er zusätzlich zu Hard- und Software nicht auch erfahrenes Personal vermitteln könne. Konnte er nicht – bis zu diesem Freitag. Denn zum Stichtag 1. August startet der Personaldienstleister „Contexts“ als 100-prozentige iits-Tochter – mit Lukaszczyk als zunächst einzigem Mitarbeiter im TGO.

„Contexts“ will sich in einer Nische des Arbeitsmarktes spezialisieren, die sich stark wandelt: jener für akademische Fachkräfte der Hochtechnologie und Naturwissenschaften. „Wir werden uns auf zwei Schwerpunkte fokussieren“, sagt Lukaszczyk, „auf das klassische An- und Abwerben von guten Leuten, also Headhunting, und auf die Arbeitnehmerüberlassung.“

Zeitarbeit also – aber das komme den Wünschen der Akademiker sogar entgegen, meint der Sozialwissenschaftler: „Wenn ich Projekte in mehreren Firmen begleite, viele Erfahrungen sammle und so einen bunten Lebenslauf bekomme – dann steigere ich auch meinen Wert auf dem Arbeitsmarkt.“ Die früher geltende Regel, dass häufige Wechsel den Arbeitgeber stutzig werden ließen, gelte in diesem Segment nicht. „Hinzu kommt, dass Konzerne wie Siemens oder EADS selbst Fachkräfte auf höchstem Niveau projektbezogen ausleihen – auch, um den Arbeitgeberrattenschwanz abzustreifen.“ Da werde „Contexts“ als Dienstleister fungieren.

Als Rüstzeug kann Lukaszczyk auf viereinhalb Jahre bei „Chipvision“ zurückgreifen: „Dort hatte ich mit Bewerbern aus der ganzen Welt zu tun.“ Vornehmlich komme der Kontakt über spezielle Plattformen im Internet zustande. „Für die Auswahl nutzte ich meine im Studium erlernten Fähigkeiten der Interviewführung und Befragung.“


Allerdings, so räumt der 28-Jährige ein, stehe im Technologiebereich die Frage der harten Fähigkeiten eindeutig im Vordergrund: „Ob jemand ins Team passt, ist zwar auch wichtig, die Fähigkeit für die Aufgabe steht aber eindeutig im Mittelpunkt.“

Geschäftsführer der neuen Gesellschaft sind Thomas Gäbelein und sein iits-Mitgeschäftsführer Michael Uffelmann, das operative Geschäft übernimmt Lukaszczyk. Dabei setzt er u.a. auf Kontakte in die Uni, die bestehenden Netzwerke von Offis und iits, „und natürlich auch auf Kalt-Akquise“.

Zudem will er seine Arbeit auch wissenschaftlich begleiten. Das Thema: „Es wird um den Wandel der Arbeitsverhältnisse gehen.“