OLDENBURG - Um den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz bis 2013 erfüllen zu können, muss die Stadt nach derzeitigem Stand noch Gruppen für mehr als 400 unter Dreijährige einrichten. Doch wer soll die Kinder betreuen? Die Grünen befürchten, dass es in den nächsten Jahren zu einem Erzieherinnenmangel kommt. Dass die aktuelle Ausbildungssituation bereits Anlass zur Sorge gibt, erfuhren Ratsfrau Rita Schilling und die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte am Freitag bei einem Gespräch mit Verantwortlichen der BBS 3 an der Willersstraße.
Aufgrund gestiegener Anforderungen sei die Zahl der zumeist jungen Frauen, die sich an der BBS 3 zur Erzieherin ausbilden lassen, in den vergangenen Jahren gesunken, berichtete Schulleiterin Thekla Dayen. Derzeit verteilten sich 80 Schülerinnen auf drei Klassen. Erfahrungsgemäß gingen davon etwa 50 nach Abschluss der vierjährigen Ausbildung in den Beruf.
„Und die finden auch alle eine Anstellung“, sagte Frauke Ohlhoff, stellvertretende Abteilungsleiterin der BBS 3. Inzwischen würden sich sogar Kindergarten-Träger aus anderen Bundesländern um Absolventen der Schule bemühen. „Erzieherinnen sind gefragt“, so Thekla Dayen. Es gebe aber leider zu wenig.
Laut Miriam Staudte fehlen in Oldenburg in den nächsten Jahren mehr als 90 Erzieherinnen. Sie bezieht sich dabei auf eine Hochrechnung des statistischen Bundesamtes. Nach Meinung von Staudte muss der Erzieherinnenberuf attraktiver und besser bezahlt werden. Notwendig sei ein Aktionsplan, um sicherzustellen, dass in den kommenden Jahren genügend qualifizierte Erzieherinnen zur Verfügung stünden. Einen entsprechenden Antrag haben die Grünen in das Landtagsplenum eingebracht. Rita Schilling will derweil im Rat nachfragen, wie die Stadt auf den Fachkräftemangel im Bereich der Kinderbetreuung reagieren will.
